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Familie von George Floyd verklagt Kanye West

19. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Familie von George Floyd, der im Mai 2020 durch Polizeigewalt verstorben ist, will den Rapper Kanye West verklagen. Dieser hegt nämlich Zweifel, ob die Polizei Schuld am Tod von Floyd trägt.

Das sagte West, auch bekannt als Ye, in dem Podcast "Drink Champs". Die Familie des verstorbenen 46-jährigen Afroamerikaners, der durch einen brutalen Polizeieinsatz ums Leben kam, verlangt für die Tochter von Floyd eine Entschädigung von 254 Millionen Euro. 

Der 45-jährige Musiker zweifelte im Interview Polizeigewalt als Todesursache an und stellte stattdessen eine Drogen-Überdosis oder Vorerkrankungen des Opfers als Grund in den Raum.

Unterlassungsaufforderung an West geschickt

Anwälte schickten am Dienstag eine Unterlassungsaufforderung an West. Er fordert den Rapper auf das Interview des Podcast zu entfernen sowie sämtliche weitere Veröffentlichungen, in denen er Aussagen zum Tod Floyds gemacht habe. Durch seine "bösartigerweise" unzutreffenden und unbegründeten Aussagen habe er der Familie Schaden zugefügt.

Auf der Website von "Drink Champs" ist das Interview nicht mehr auffindbar, doch Mitschnitte von Wests Aussage sind auf der Plattform YouTube zu finden.

West driftet in Rechtsextremismus ab

Floyd ist durch einen weißen Polizisten gestorben, der minutenlang sein Knie auf den Hals des Afroamerikaners presste. Sein Tod löste weltweit die Protestwelle "Black Lives Matter" gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Der Polizist wurde später zu einer Haftstrafe von 22,5 Jahren verurteilt

West sorgte indes auf der Pariser Fashion Week mit dem T-Shirt-Aufdruck "White Lives Matter" erst kürzlich für Aufregung. "White Lives Matter" gilt als rassistischer Kampfbegriff gegen die "Black-Lives Matter"-Bewegung. Auf Twitter und Instagram wurde er inzwischen wegen antisemitistischer Beiträge gesperrt. Auch in dem Interview, in dem er Floyds Todesursache in Frage stellt, spricht er wirr von "jüdischen Medien".

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Zuletzt kündigte West an, die rechte Social-Media-Plattform Parler kaufen zu wollen.

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Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz