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"Der nackte Wahnsinn" lauert heuer in Kobersdorf

Heute, 15:24 · Lesedauer 3 min

Bei den Schloss-Spielen Kobersdorf wird es heuer turbulent: Mit der Premiere am 30. Juni kehrt auf der Bühne "Der nackte Wahnsinn" ein. Intendant Wolfgang Böck und sein Ensemble geben darin eine Schauspieltruppe, die vor und hinter den Kulissen durch ein einstudiertes Stück stolpert, fällt und verzweifelt versucht, die Geschichte doch noch irgendwie zu Ende zu bringen. "Es ist eine Farce über eine Farce", betonte Böck am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Nach etwas ernsteren Stücken in den vergangenen Jahren sollen die Schloss-Spiele mit der rasanten Komödie von Michael Frayn, "heuer wieder so richtig in die Vollen gehen", meinte der Intendant. Er selbst spielt den schwerhörigen Darsteller Selsdon Mowbray, der dem Alkohol verfallen ist und in seiner Rolle als Einbrecher zuverlässig seinen Einsatz verpasst.

Damit die Patzer auch zur richtigen Zeit kommen, fangen die Proben heuer schon eine Woche früher an. "Es ist eine Geschichte, die ein hohes Maß an Konzentration, Präzision und Tempo von uns verlangen wird", so Böck. Auch das Bühnenbild muss früher fertig sein und schon auf der Probenbühne in Wien aufgebaut werden, bevor es nach Kobersdorf übersiedelt. Das sei wichtig, um die Slapstick-Choreografie - "Tür auf, Tür zu" - einstudieren zu können.

Regie führt Claus Tröger, der betonte, dass der Wahnsinn gar nicht so weit von der Realität entfernt sei. "Das Chaos, das hier ausgerufen wird, passiert immer wieder", scherzte er. "Alles, was hier gesagt und getan wird, ist die Wahrheit." Das Publikum könne mit dem "Nackten Wahnsinn" einen Blick hinter die Kulissen einer Theaterproduktion werfen und erkennen, dass auch Schauspieler nur Menschen seien, mit ihren eigenen Problemen.

Neben Böck werden Alexandra-Maria Timmel, Boris Popovic, Marie Cécile Nest, Mirko Roggenbock und Sophie Prusa als Teil der Schauspieltruppe auf der Bühne stehen. Das Bühnenbild gestaltet wieder Erich Uiberlacker, der sich dieses Mal streng an die Vorgaben im Stück hielt. Zu sehen ist eine Theaterkulisse, ein Haus, das aus zwei Stockwerken besteht, die über Stiegen miteinander verbunden sind. Mehrere Türen warten darauf, aufgerissen und zugeschlagen zu werden, und ein großes Fenster lädt Böck zum Einbrechen ein. Dreht man das Bühnenbild, gibt es den Blick frei hinter die Kulissen und in den Backstagebereich.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bezeichnete die Schloss-Spiele bei der Programmpräsentation als sein persönliches Highlight des Kultursommers im Burgenland. Das Ambiente sei "heimelig" und der Besuch immer wieder ein Erlebnis für sich, betonte er. Über 300.000 Gäste seien in den 20 Jahren von Böcks Intendanz nach Kobersdorf gekommen. "Er hat einmal das ganze Burgenland bespielt", rechnete Doskozil vor. Er hoffe deshalb, dass Böck auch nach Ablauf seines derzeitigen Vertrages 2028 bei den Schloss-Spielen bleiben werde. Die Auslastung liege bei durchschnittlich 95 Prozent.

Zusammenfassung
  • Die Schloss-Spiele Kobersdorf eröffnen am 30. Juni mit der Komödie "Der nackte Wahnsinn" von Michael Frayn, bei der Intendant Wolfgang Böck und sein Ensemble eine chaotische Schauspieltruppe auf die Bühne bringen.
  • In den vergangenen 20 Jahren kamen über 300.000 Gäste zu den Schloss-Spielen, die mit einer durchschnittlichen Auslastung von 95 Prozent zu den Highlights des Kultursommers im Burgenland zählen.
  • Die Proben für das Stück beginnen heuer eine Woche früher, damit die aufwendige Slapstick-Choreografie im zweistöckigen Bühnenbild mit mehreren Türen und einem großen Fenster perfekt einstudiert werden kann.