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Youtuber Drachenlord zu zwei Jahren Haft verurteilt

21. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Der Youtube-Videoblogger "Drachenlord" ist wegen gefährlicher Körperverletzung und anderer Straftaten zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

"Dieses Verfahren ist ein trauriges Beispiel dafür, welche Folgen Hass und Mobbing im Internet haben", sagte die Richterin am Donnerstag in Nürnberg, berichtet die dpa. Sie sah es als erwiesen an, dass der 32-Jährige unter anderem einen Mann mit einer Taschenlampe auf die Stirn geschlagen und verletzt hatte. Einen anderen bewarf er mit einem Backstein. Außerdem hatte er Polizisten beleidigt.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe aus den sieben Anklageschriften während des Prozesses gestanden und sich entschuldigt. Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren. Die Staatsanwältin hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert.

Bizarre Online-Hass-Beziehung

"Drachenlord" heißt eigentlich Rainer Winkler und wird seit Jahren von seinen "Hatern" oder Hassern verfolgt. Nachdem er in einem Youtube-Video wutentbrannt seine Wohnadresse genannt hatte, wird er nun täglich von Peinigern aus dem Internet aufgesucht und vielfach auch provoziert. Unzählige Male musste bereits die Polizei durchgreifen.

Die Beziehung zwischen dem "Drachenlord" und seinen Hassern ist paradox. Einerseits wird der 32-Jährige gemobbt, andererseits sichern deren Aufmerksamkeit ihm ein Einkommen als Youtuber. Etwa 2.000 Euro verdient er offenbar monatlich durch seinen Youtube-Kanal - durch eine Community, die Großteils aus hassenden Anti-Fans besteht.

Bereits wegen Gewalttätigkeit verurteilt

Es ist bereits das zweite Mal, dass sich der Youtuber wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten musste. Im September 2019 wurde er wegen einer Pfefferspray-Attacke zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Einige der nun angeklagten Taten beging er noch während der Bewährungszeit.

Im Prozess beteuerte der Verteidiger von Winkler, dass dieser sein Haus inzwischen verkauft habe und wegziehen wolle.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos