APA - Austria Presse Agentur

Wo in Europa Sterbehilfe erlaubt ist

24. Sept 2020 · Lesedauer 2 min

In einer öffentlichen Anhörung befasst sich der Verfassungsgerichtshof am Donnerstag mit dem Verbot der Sterbehilfe in Österreich. In Belgien und anderen europäischen Ländern ist die "Tötung auf Verlangen" bereits legal.

Zehn Monate bedingte Haft erhielt ein Mann, weil er 2018 seiner schwer krebskranken Frau bei der Vorbereitung ihres Suizids geholfen hatte. Vier Antragsteller, darunter zwei Schwerkranke und ein Arzt, wollen die Strafbarkeit der "Tötung auf Verlangen" und der "Mitwirkung am Selbstmord" nun kippen.

Am Donnerstag befasst sich der Verfassungsgerichtshof befasst mit dem Thema und wird anschließend über den Fortbestand des Verbots entscheiden. In einigen europäischen Ländern ist Sterbehilfe und assistierter Suizid legal. PULS 24 gibt Ihnen einen Überblick.

Prinzipiell gibt es einen Unterschied zwischen aktiver, passiver und indirekter Sterbehilfe sowie der Beihilfe zur Selbsttötung.

Aktive Sterbehilfe

Wird die Tötung auf Wunsch einer schwerkranken Person durchgeführt, spricht das Gesetz von "Tötung auf Verlangen". In Österreich wird das mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft (§ 77 Stgb). In Europa ist die Tötung auf Verlangen nur in Belgien, den Niederlanden (straffrei unter Voraussetzungen) und Luxemburg erlaubt.

Beihilfe zur Selbsttötung

Eine schwerkranke Person tötet sich selbst und wird dabei von einer anderen unterstützt, beispielsweise, wenn diese die Medikamente zur Tötung besorgt.

In Österreich wird dieser Tatbestand ebenfalls mit bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug bestraft (§ 78 Stgb). In Deutschland, der Schweiz, Schweden, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg ist Beihilfe zum Suizid erlaubt. In einigen Ländern gibt es Voraussetzungen, die für einen legalen assistierten Selbstmord erfüllt werden müssen. 

Passive & Indirekte Sterbehilfe

Der Tod einer schwerkranken Person wird durch eine andere zugelassen. Etwa wenn ein Arzt keine lebensverlängernden Maßnahmen ergreift oder keine Behandlung ansetzt.

Bei der indirekten Sterbehilfe steht nicht der Tod, sondern die Schmerzlinderung im Vordergrund. Es wird dabei aber in Kauf genommen, dass die kranke Person schneller stirbt.

In den meisten europäischen Ländern (auch in Österreich) sind passive und indirekte Sterbehilfe erlaubt, wenn der Patient seinen entsprechenden Willen dazu geäußert hat.

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe