APA/ROLAND SCHLAGER

Wiener Terror-Prozess gegen mutmaßliche Helfer ab 18. Oktober

16. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Am Dienstag beginnt am Landesgericht für Strafsachen ein Schwurprozess im Zusammenhang mit dem Terror-Anschlag in Wien vom 2. November 2020.

Angeklagt sind sechs Männer im Alter zwischen 22 und 32 Jahren, die laut Staatsanwaltschaft nicht direkt am Attentat beteiligt waren. Sie sollen dem Attentäter im Vorfeld aber tatkräftig geholfen haben.

Hauptverhandlung dauert mehrere Monate

Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Wer der Verhandlung beiwohnen will, muss sich nicht nur beim Eingang ins Gerichtsgebäude, sondern auch vor dem Großen Schwurgerichtssaal einer Ausweis- und Personenkontrolle unterziehen. Im Saal selbst gilt ein absolutes Film- und Fotoverbot, der Zutritt zu den Räumlichkeiten des Großen Schwurgerichtssaals ist mit Kameras nicht möglich. Das gilt auch für die Vorhalle.

Die Hauptverhandlung wird sich über mehrere Monate erstrecken. Am Dienstag wird zunächst die Anklage vorgetragen, danach folgen die Plädoyers der Verteidiger. Mit den Beschuldigteneinvernahmen wird vermutlich erst beim nächsten Termin Anfang Dezember begonnen. Insgesamt sind nach dem Auftakt 18 weitere Verhandlungstage vorgesehen, Urteile wird es frühestens im Februar 2023 geben.

Terroristische Straftaten und kriminelle Organisation

Den Angeklagten werden im Wesentlichen die Verbrechen der Beteiligung an terroristischen Straftaten (§ 278c Absatz 2 StGB ) in Verbindung mit Mord, terroristische Vereinigung (§ 278b Absatz 2 StGB) und kriminelle Organisation (§ 278a StGB) vorgeworfen. Mit ihrer Hilfe soll der Attentäter an seine Waffen und die Munition gelangt und in seinen terroristischen Absichten bestärkt worden sein.

Einige von ihnen sollen ihm bei der Tatvorbereitung geholfen haben. Der Älteste unter den Angeklagten - ein 32-Jähriger tschetschenischer Abstammung - soll über einen Mittelsmann aus Slowenien ein vollautomatisches Sturmgewehr der Marke Zastava, Modell 70AB2 samt passender Munition besorgt und dieses am 23. Juni 2020 dem Attentäter übergeben haben. Über denselben Mittelsmann soll dieser drei Monate später vom 32-Jährigen eine Pistole der Marke Tokarew samt Munition erhalten haben.

Quelle: Agenturen / ddj