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Wieder Verletzte auf Skipisten - Ermittlungen nach unterlassener Hilfeleistung

05. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Wieder kam es zu zahlreichen Unfällen auf Österreichs Skipisten. In Tirol wurde eine zweijähriges Mädchen verletzt. Die Polizei hat auch mit unterlassener Erster Hilfe zu tun.

Wieder melden die Behörden Verletzte auf Österreichs Pisten. Bei einem Skiunfall in Obergurgl (Tirol) ist am Mittwochnachmittag ein erst zweijähriges Mädchen verletzt wurden. Das Kleinkind wurde mit Kopfverletzungen in das Krankenhaus Zams geflogen, berichtete die Polizei am Donnerstag.

Den Unfall hatte ein Achtjähriger ausgelöst, indem er auf einer blauen Piste über eine Geländekante, bzw. einen Schneehügel sprang, unter dem die Zweijährige mit ihren Eltern spielte. Der Vater wollte den Buben aus Deutschland noch warnen, was jedoch nicht mehr gelang.

Zwei Unfälle im Zillertal

Im Tiroler Zillertal haben zwei Skiunfälle am Mittwoch ebenfalls  drei Schwerverletzte gefordert. Am Hintertuxer Gletscher wurde ein 59-jähriger Deutscher bei einem Zusammenstoß mit einem unbekannten Skifahrer schwer am Kopf verletzt. Der Unbekannte verließ die Unfallstelle, ohne anzuhalten, berichtete die Polizei.

Im Skigebiet Hochzillertal in Aschau stießen ein 17-jähriger Deutscher und ein 39-jähriger Landsmann zusammen. Beide erlitten ebenfalls schwere Verletzungen. Der am Hintertuxer Gletscher verletzte Deutsche wurde ebenso wie der 17-Jährige mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Schwaz geflogen. Der 39-Jährige wurde in die Innsbrucker Klinik eingeliefert.

Snowboarder flüchtete

Davor wurden in St. Georgen am Kreischberg (Steiermark) vier Personen unbestimmten Grades verletzt, wie die Polizei berichtete. Ein 18-jähriger Ungar hatte am "Schlepplift Rosenkranz" Probleme mit dem Bügel, der ihm aus den Beinen rutschte. Am steilsten Stück des Schlepplifts stürzte der Snowboarder, rutschte den hang hinunter und kollidierte dabei "mit sämtlichen nach ihm fahrenden Liftbenutzern", so die Polizei. Insgesamt seien bei dem Unfall vier Personen unbestimmten Grades verletzt worden. Eine Person musste mit den Hubschrauber ins Spital Friesach geflogen werden. Die drei weiteren Verunfallten begaben sich selbstständig ins Krankenhaus.

Der 18-Jährige habe die Unfallstelle laut Polizei verlassen, ohne Erste Hilfe zu leisten - konnte aber ausgeforscht werden - die Staatsanwaltschaft prüft den Vorfall.

Skifahrerin in Bachbett gestürzt

In Zürs am Arlberg (Vorarlberg) ist wiederum eine 17-jährige Skifahrerin im freien Skiraum über einen etwa fünf Meter hohen Felsvorsprung abgestürzt. Sie landete in einem Bachbett und zog sich schwere Verletzungen zu, informierte die Polizei. Die Erstversorgung erfolgte durch die Crew des Notarzthubschraubers "Gallus 1", anschließend wurde die Jugendliche zur ärztlichen Behandlung nach Lech überstellt.

Laut dem Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) gab es in der heutigen Saison bisher 13 Toten im organisierten Skiraum. Das sind deutlich mehr als im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr. Die Anzahl der Verletzten ist mit 505 im Vergleich aber "unterdurchschnittlich". 

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Quelle: Agenturen / Redaktion / koa