Warum gefährliche Skiunfälle passieren und wie man sicher fährt

04. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Im Interview mit PULS 24 erklärt Thomas Kaltenecker von der Bergrettung Semmering die Ursachen der vielen gefährlichen Unfälle und wie man sich am besten auf einen sicheren Skitag vorbereiten kann.

In der aktuellen Skisaison gab es bereits 13 tödliche Skiunfälle und mehrere Schwerverletzte - zuletzt in Tirol. Da es derzeit in Österreich kaum natürliche Schneefälle gibt, wird auf vielen Pisten auf technischem, d.h. Kunstschnee gefahren. Wetterbedingt müsse man diesen Schnee sehr hart machen, da sonst die Wärme schnell alles schmelzen würde, sagt Thomas Kaltenecker von der Bergrettung Semmering gegenüber PULS 24.

Die Unterlage besteht dadurch meist aus purem Eis, wodurch man vermehrt "auf den Skikanten fahren muss", also eher seitlich zum Hang. Das setze ein gewisses Können voraus, das nicht alle Skifahrer mitbringen. "Im Fernsehen sieht das natürlich recht einfach aus, deshalb überschätzen sich recht viele Skifahrer", warnt Kaltenecker. Können und Kondition seien entscheidend für einen schönen, sicheren Skitag.

Vorsicht beim Rodeln

Etwa 50 Prozent aller Bergrettungs-Einsätze finden auf der Rodelbahn statt. Hier sei das richtige Schuhwerk wichtig: Man sollte nicht mit Straßenschuhen rodeln, um Bein- und Fußverletzungen zu vermeiden. Auch ein Helm sollte unbedingt getragen werden. Die Kurven der Rodelbahnen sind oft mit Holzplanken versehen. Hier komme es unter hohen Rodelgeschwindigkeiten schnell zu schweren Verletzungen, die meist mit Notarzt und Hubschrauber enden.

Schließung der Skigebiete nicht notwendig

Trotz der widrigen Bedingungen verzeichnet die Bergrettung Semmering aktuell nicht mehr Einsätze als in den vorherigen Jahren zu selben Zeit. Von einer Schließung der Skigebiete hält Kaltenecker daher nichts. Die Pisten seien fahrbar, allerdings müsse jeder selbst wissen, welche Fahrmöglichkeiten er habe. Nicht für jeden sei etwa die Panoramapiste, auf der auch der Ski Weltcup stattfindet, die richtige Wahl.

Valerie MazzucatoQuelle: Redaktion / vma