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WHO: "Genug ist genug" - Syrien-Hilfe muss dringend ausgeweitet werden

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Die Hilfe für Erdbebenopfer in Syrien muss nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich ausgeweitet werden.

"Wir müssen mit größerer Dringlichkeit und in größerem Umfang handeln und uns besser organisieren", sagte Richard Brennan, der WHO-Nothilfekoordinator für die Region Östliches Mittelmeer am Samstag in Aleppo. Die Toten- und Verletztenzahlen seien immens, was aber oft vernachlässigt werde, seien die vielen Obdachlosen.

Brennan: Syrien seit Jahren grob vernachlässigt

Allein in Aleppo im von der Regierung kontrollierten Teil Nordwestsyriens haben nach ersten Schätzungen rund 200.000 Menschen das Dach über dem Kopf verloren, in der Hafenstadt Latakia weitere 140.000, sagte die WHO-Vertreterin in Syrien, Iman Shankiti.

"Wenn wir die Mittel bekommen, können wir die Hilfe schnell ausweiten", sagte Brennan. "Offen gesagt ist Syrien seit vielen Jahren grob vernachlässigt worden." Der Bedarf für humanitäre Hilfe in Syrien sei im vergangenen Jahr noch nicht einmal zur Hälfte gedeckt worden. Das Land erlebt seit zwölf Jahren einen Bürgerkrieg und die Regierung von Präsident Baschar al-Assad ist unter anderem wegen Menschenrechtsverletzungen mit Sanktionen belegt.

"Genug ist genug"

"Genug ist genug", sagte der WHO-Regionaldirektor für die WHO-Region Östliches Mittelmeer, Ahmed Al Mandhari. "Lasst uns Syrien und dem syrischen Volk helfen, ihr Land wieder aufzubauen. (...) Die Leute sind widerstandsfähig, aber sie können jetzt nicht mehr."

In die von Aufständischen kontrollierten Gebiete um Idlib sollen mehr Hilfskonvois aus der Türkei organisiert werden, sagte Brennan. Auch aus Regionen unter Regierungskontrolle sollen mehr Konvois in die Provinz Idlib gebracht werden. Darüber werde gerade verhandelt.

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Andreas Knapp, Auslandshilfe-Generalsekretär der Caritas Österreich, berichtet über den derzeitigen Zustand in Aleppo.

ribbon Zusammenfassung
  • Die Hilfe für Erdbebenopfer in Syrien muss nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich ausgeweitet werden.
  • "Wir müssen mit größerer Dringlichkeit und in größerem Umfang handeln und uns besser organisieren", sagte Richard Brennan, der WHO-Nothilfekoordinator für die Region Östliches Mittelmeer am Samstag in Aleppo.
  • "Wenn wir die Mittel bekommen, können wir die Hilfe schnell ausweiten", sagte Brennan. "Offen gesagt ist Syrien seit vielen Jahren grob vernachlässigt worden."
  • "Genug ist genug", sagte der WHO-Regionaldirektor für die WHO-Region Östliches Mittelmeer, Ahmed Al Mandhari.