Situation nun entspannt
Prellungen und Brüche: Zahlreiche Einsätze wegen Glatteis
"Glatteis ist nicht mehr in Sicht", beruhigte die Geosphere Austria. Der Verkehr lief am Mittwoch weitestgehend nach Plan. In den nächsten Tagen herrscht Hochdruckwetter, es bleibt trocken. Zum Glück: Die Rettungsorganisationen meldeten einen massiven Anstieg an Einsätzen im Zusammenhang mit dem Glatteis.
Massiver Anstieg an Einsätzen
Die Wiener Berufsrettung verzeichnete am Dienstag rund 100 zusätzliche Einsätze im Zusammenhang mit dem Glatteis, die meisten davon in den frühen Morgenstunden. "Bis mittags waren es 65", teilte Rettungssprecher Daniel Melcher am Mittwoch mit. Viele Leute rutschten auf glatten Gehwegen aus und stürzten. Dabei zogen sie sich hauptsächlich Prellungen, Abschürfungen, Brüche oder Luxationen zu, hieß es weiter.
Die Verletzten wurden versorgt bzw. in Spitäler gebracht. Normalerweise dokumentiert die Wiener Berufsrettung etwa 1.000 Einsätze pro Tag, durch das Glatteis entstand also eine etwa zehnprozentige Steigerung. Am Mittwoch kam es ebenfalls zu einigen Unfällen im Zusammenhang mit den Wetterbedingungen, aber nur mehr ganz vereinzelt.
Die Wiener Berufsfeuerwehr hatte am Dienstag etwa 40 Einsätze, die eindeutig den winterlichen Verhältnissen zuzuordnen waren. Dabei handelte es sich vorwiegend um das Entfernen von Dachlawinen oder Eiszapfen - die in großer Höhe zu einer Gefahr werden können, vor allem wenn sie sich über Ein- und Ausgängen von Gebäuden befinden.
Video: Glatteis führt zu Unfällen: Stürze sorgen für volle Ambulanzen
Flug- und Zugverkehr wieder planmäßig
Auf dem Flughafen Wien in Schwechat lief der Betrieb seit Mittwochfrüh wieder "nach Plan", sagte Sprecher Peter Kleemann auf Anfrage. Die Flächen seien enteist und beide Pisten wieder geöffnet. Der Winterdienst des Airports sei "seit Montag durchgehend im Einsatz". Einzelne Nachwirkungen aufgrund der "gestrigen Ausnahmesituation" seien "nicht auszuschließen", so Kleemann.
Die ÖBB, die am Dienstag aufgrund der eisigen Verhältnisse eine Reisewarnung ausgegeben hatten, sprachen am Mittwoch wieder von einer deutlichen Besserung. Es gebe vereinzelte Zugausfälle, die auf die Witterung zurückzuführen sind, teilte eine Sprecherin mit. Aber grundsätzlich laufe "alles planmäßig", hieß es.
Auch bei den Wiener Linien kam es am Mittwoch nicht mehr zu witterungsbedingten Störungen. Vereinzelt gab es noch Haltestellen mit Glatteisbildung, dort wurden die Oberflächen geräumt. In den vergangenen Tagen waren zusätzlich 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Winterdiensteinsatz, teilte ein Sprecher der Wiener Linien mit. 80 zusätzliche Fahrzeuge wie Schienenräum- und Streufahrzeuge standen ebenfalls im Einsatz.
Video: Eischaos am Wiener Flughafen
Lawinengefahr in den Bergen
Laut einem Ausblick der Geosphere Austria ist in den nächsten Tagen keine dramatische Glatteissituation mehr zu erwarten. Neuschnee ist ebenfalls nicht in Sicht - aber der bestehende Schnee sollte zumindest erhalten bleiben. Vor der aktuellen Lawinengefahr im alpinen Gelände warnte am Mittwoch das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Wichtig sei neben der geeigneten Ausrüstung auch eine realistische Einschätzung der Gefahren.
"Die aktuellen Verhältnisse sind klare Lawinenverhältnisse. Das eigene Sicherheitsbewusstsein und Verhalten im alpinen Gelände ist ein maßgeblicher Sicherheitsfaktor", sagte Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Durchschnittlich 19 Menschen sterben jedes Jahr aufgrund von Lawinen in Österreich, weitere 198 werden verletzt. Im laufenden Jahr sind bereits mindestens zwei Todesopfer durch Lawinen zu beklagen - darunter ein 13-jähriger Bub.
Video: Glatteis-Chaos: Noch keine Entwarnung
Zusammenfassung
- Nach dem Blitzeis am Dienstag hat sich die Wettersituation in Österreich laut Geosphere Austria entspannt, es ist kein Glatteis mehr in Sicht und Hochdruckwetter wird erwartet.
- Die Wiener Berufsrettung verzeichnete am Dienstag rund 100 zusätzliche Einsätze wegen Glatteisunfällen, was einer Steigerung von etwa zehn Prozent gegenüber dem Normalwert von 1.000 Einsätzen pro Tag entspricht.
- Im alpinen Gelände besteht weiterhin Lawinengefahr, im laufenden Jahr gab es bereits mindestens zwei Lawinentote in Österreich, darunter ein 13-jähriger Bub.
