APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL

Weniger Naturgefahren-Geld in Tirol 2026, "Gutes Waldjahr"

Heute, 13:31 · Lesedauer 3 min

Die Ausgaben der öffentlichen Hand für das Naturgefahrenmanagement in Tirol gehen im heurigen Jahr etwas zurück. Nachdem im Vorjahr 109,4 Millionen aufgewendet worden waren, fließen 2026 von Bund, Land und Gemeinden 106,7 Millionen Euro in den Naturgefahren-Schutz, hieß es am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Unterdessen blickte man auf ein "gutes Waldjahr 2025" zurück, das weniger Borkenkäfer und Schadholz bedeutete.

Die letztjährige Witterung sei "gut für den Wald gewesen", bilanzierte Harald Oblasser, Vorstand der Gruppe Forst des Landes Tirol. Der Schadholzanteil sei "von 85 Prozent im Jahr 2024 auf rund 60 Prozent reduziert worden". Es habe weniger neue Schäden gegeben und auch der Borkenkäfer habe weniger gewütet als in den Jahren zuvor. "Im Jahr 2025 gab es einen Frischbefall von 300.000 Festmetern, was weniger als die Hälfte des Jahres zuvor entsprach", hielt Oblasser fest. Auch eine Vorausschau auf 2026 machte der Forst-Vorstand: "Mit den budgetierten 18,3 Millionen für den Schutzwald können wir auch 2026 wieder ohne Einschränkungen gut wirtschaften."

Für das Jahr 2026 sei es jedenfalls mit dem Budget über 106,7 Millionen Euro entscheidend, auf konstant hohem Niveau etwa in die "Sicherheit von Siedlungsgebieten und Infrastruktur zu investieren", sagte Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP) als zuständiger Agrar- und Raumordnungslandesrat. "Vor allem Verkehrswege werden immer schutzbedürftiger", führte er weiters aus und nannte die Murenabgänge im Gschnitztal als Beispiel dafür.

Auch 2026 habe man darüber hinaus einen klaren Fokus: 36,9 Millionen Euro fließen in den Hochwasserschutz, 34,8 Millionen für Maßnahmen an den Wildbächen und 18,3 Millionen sind für den Erhalt des Schutzwaldes veranschlagt. 12,1 Millionen Euro wiederum entfallen auf den Lawinenschutz und 4,6 Millionen Euro kommen dem Erosions- und Steinschlagschutz zugute. Das größte Stück vom Gefahrenschutzbudget-Kuchen bekommt dabei Osttirol mit 26,1 Millionen, gefolgt von Innsbruck-Land mit 16,2 Millionen und dem Bezirk Schwaz mit 14,5 Millionen. Damit bewegt sich das Gesamtbudget noch immer auf hohem Niveau, war es doch etwa im Jahr 2023 noch bei 91,3 Millionen Euro gelegen.

Vor allem die Investition in den Tiroler Schutzwald sei von zentraler Bedeutung, führte Geisler weiters aus und schloss sich damit Oblasser an. "Er hat nicht nur eine wichtige Schutzfunktion, sondern benötigt auch weniger Finanzmittel als technische Verbauungen", argumentierte Geisler, der das Budget für 2026 mit der geringfügigen Reduktion auch vor dem Hintergrund einer "notwendigen Konsolidierung des öffentlichen Haushaltes" sehen wollte, jedoch kein wie auch immer geartetes "Sparpaket" erkennen konnte. Bei Naturgefahrenschutz nicht zu sparen, sei nämlich das Gebot der Stunde und der Zukunft: "Der Klimawandel lässt grüßen und wir wissen nicht genau, was auf uns zukommt." Deshalb gelte es, "präventiv" zu agieren und Maßnahmen zu setzen.

Hochwasserschutz: Instandhaltung und neue Projekte

In diesem Zusammenhang gelte es auch die budgetierten 37 Millionen für den Hochwasserschutz gezielt einzusetzen, sagte Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft im Land Tirol. "Das Geld fließt sowohl in neue Maßnahmen als auch in die Instandhaltung bereits vorhandener Schutzbauten", führte er aus. Im Jahr 2026 stünden vier "große, neue Maßnahmen" am Tapet, zwei davon in Osttirol - konkret in Lienz und Heinfels. Diese neuen Maßnahmen stünden neben "60 weiteren Vorhaben im Jahr 2026", führte Federspiel aus, der das vergangene Jahr - abgesehen von dem Extremereignis im Gschnitztal - als "ruhiges Jahr" bezeichnete.

Dieser positiven Vorjahresbilanz schloss sich auch Gebhard Welter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung an. "Die Wirkung der Schutzbauten war sehr gut", strich dieser heraus. Demnach habe auch der "Schutz des Siedlungsraums gut funktioniert." Das bedeute, dass der bisher eingeschlagene Weg stimme, weshalb auch 2026 rund 70 Prozent des Budgets in Wildbachschutz und 30 Prozent in Lawinenschutz fließe.

Zusammenfassung
  • Das Budget für das Naturgefahrenmanagement in Tirol sinkt 2026 leicht auf 106,7 Millionen Euro, bleibt damit aber deutlich über dem Niveau von 2023 (91,3 Millionen Euro).
  • Für Hochwasserschutz sind 36,9 Millionen Euro vorgesehen, während 34,8 Millionen in Wildbachmaßnahmen und 18,3 Millionen in den Schutzwald fließen; Osttirol erhält mit 26,1 Millionen Euro den größten Anteil.
  • 2025 war ein 'gutes Waldjahr' mit weniger Borkenkäfer- und Schadholzschäden, der Schadholzanteil sank von 85 Prozent (2024) auf rund 60 Prozent, und der Frischbefall lag bei 300.000 Festmetern – weniger als die Hälfte des Vorjahres.