Weltraummediziner Gunga: "Siesta" für Österreichs Arbeiter bei Hitze

19. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Hohe Temperaturen, wie sie derzeit in Europa gemessen werden, führen zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit. Weltraummediziner Hanns-Christian Gunga ist der Ansicht, dass es ein Umdenken in der Arbeitskultur brauche, um dem Körper längere Ruhephasen bei Extremtemperaturen zu bieten.

Im PULS 24 Interview erklärt Hanns-Christian Gunga, Weltraummediziner bei der Charité Berlin, was mit dem Körper passiert, während er hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Extremtemperaturen führen dazu, dass der Mensch weniger belastbar ist und damit eine verminderte Leistungsfähigkeit besitzt. Gunga empfiehlt einen Blick nach Südeuropa, wo es bereits seit geraumer Zeit, die sogenannte "Siesta" zur Hauptmittagszeit gibt. Es wäre vernünftig etwas ähnliches auch in der hiesigen Arbeitskultur zu etablieren, um dem Körper bei Hitze längere Ruhephasen zu gönnen, meint der Mediziner. 

Arbeitskultur langsamer als Klimawandel

Ein Problem sieht der Mediziner in der herrschenden Geschwindigkeit der Arbeitskultur: "Die Kultur verändert sich im Augenblick nicht so schnell, wie sich die Klimaveränderungen tatsächlich auf den Planeten niederschlagen". Solche Ruhephasen, wie es sie in Südeuropa gibt, sind in Mittel- oder Nordeuropa nicht verankert, da in diesen Teil Europas solchen Temperaturen bisher nicht erreicht wurden. Es benötigt daher ein Umdenken, wie in Europa bei Hitzephasen gearbeitet wird. 

Hitzeschutzpläne vorbereiten

Um mit der Hitze leben zu lernen, denn in den nächsten Jahren wird es vermehrt zu solchen Wetterextremen kommen, benötigt es laut Gunga Hitzeschutzpläne. Diese beinhalten Telefonnummern, Anlaufpläne und kühle Orte bei maximaler Hitzebelastung wie Kirchen. Frankreich und Österreich sind bereits mit solchen Plänen ausgestattet. Aufgrund der hohen Temperaturen hat Frankreich bereits die höchste Stufe ihres Hitzenotfallplans "Plan Canicule" ausgerufen. 

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz