APA - Austria Presse Agentur

Vorarlberger Spitäler führen ab September Impfpflicht ein

22. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Für neu beschäftigte Mitarbeiter in den Vorarlberger Krankenhäusern wird ab September eine Corona-Impfung vorgeschrieben sein.

Während man in der Gastronomie die Impfpflicht fordert und in Niederösterreich einen Alleingang bei der Impfpflicht für Junglehrer überlegt, setzt man sie in Vorarlbergs Spitälern um.

Die Landessanitätsdirektion empfehle eine solche verbindliche Impfung bei Neuanstellungen im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich, informierten am Donnerstag die Landesrätinnen Martina Rüscher (ÖVP), Katharina Wiesflecker (Grüne) sowie Gemeindeverbandspräsidentin Andrea Kaufmann (ÖVP). An den Spitälern wird man ihr folgen. 

Impfbereitschaft bei über 85 Prozent

Nach eingehender rechtlicher Prüfung hätten sich das Land und der Vorarlberger Gemeindeverband dazu entschlossen, allen Trägern von Gesundheits-, Pflege- und Sozialeinrichtungen nahe zu legen, ab September Impfnachweise bei Neuaufnahmen einzufordern. "Es handelt sich um eine dringende Empfehlung, die Entscheidung bleibt schlussendlich natürlich dem jeweiligen Arbeitgeber überlassen", sagte Rüscher. Der Empfehlung des Landes würden die Vorarlberger Landeskrankenhäuser und das Stadtspital Dornbirn über eine Organisationsanweisung nachkommen.

Schon jetzt bestehe an den Vorarlberger Krankenhäusern eine hohe Impfbereitschaft von über 85 Prozent.

Christiane Druml, Vorsitzende der Bioethik-Kommission, zur Impfpflicht

Die Landesrätin unterstrich, dass Mitarbeitende im Gesundheitswesen, in der Altenpflege und im Sozialbereich wegen des oft sehr engen, teilweise körperlichen Kontakts nach wie vor einem deutlich höheren Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Nicht immer garantiere ein Einhalten der Regeln in der täglichen Arbeit Schutz vor einer Infektion. Höhere Sicherheit biete eine Corona-Impfung, "weil sie im Falle einer Infektion in sehr hohem Ausmaß vor schweren Krankheitsverläufen und Krankenhausaufenthalten schützt", so Rüscher. Zudem würden zu behandelnde bzw. betreuende Personen geschützt.

Soziallandesrätin Wiesflecker sah in der Maßnahme eine gerechtfertigte Bevorzugung von Geimpften und keine Diskriminierung von Ungeimpften. "Der Schutz der vulnerablen Personen hat im Vordergrund zu stehen", bekräftigte sie.

Quelle: Agenturen / lam