Virologe warnt vor Tendenz, Corona-Maßnahmen zu verweigern

16. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Virologe Norbert Nowotny von der VetMedUni Wien warnt im PULS 24 Interview vor österreichweiten Tendenzen, dass "manche Bevölkerungsgruppen sich weigern, Maßnahmen mitzutragen". Das könnte weitere harte Maßnahmen nötig machen.

In der Salzburger Gemeinde Kuchl im Tennengau wurde eine zweiwöchige Quarantäne verhängt. Mit ein Grund dafür war laut Landeshauptmann Wilfried Haslauer auch, dass Teile der Bevölkerung sich unkooperativ zeigten, als es noch weit weniger strenge Maßnahmen zu befolgen galt. In Sozialen Medien sei sogar aktiv aufgerufen worden, nicht kooperativ zu sein.

Virologe Norbert Nowotny warnte im Telefoninterview mit PULS 24 Moderatorin Bianca Ambros ausdrücklich davor, dass diese Tendenz österreichweit zu beobachten sei. Teile der Bevölkerung würden sich weigern, die Corona-Schutzmaßnahmen mitzutragen. "Wenn das so weitergeht, wird das kein gutes Ende nehmen", warnte Nowotny. Zu lascher Umgang mit den Sicherheitsvorkehrungen sorge für ein sprunghaftes Ansteigen der Neuinfektionen. Diese könnten schnell außer Kontrolle geraten, was in Folge dann zu der gefürchteten Überlastung im Gesundheitsbereich führen könne.

So ist die Lage in Kuchl nach Quarantäne-Verhängung

PULS 24 Reporterin Anna-Maria Brunnauer berichtet aus der Gemeinde Kuchl im Salzburger Tennengau und schildert im Gespräch mit PULS 24 Moderatorin Bianca Ambros, wie die Lage dort ist.

Die Gründe für den aktuell starken Anstieg der Fallzahlen in weiten Teilen Europas seien vielschichtig, so Nowotny. Ein Grund steche aber besonders hervor: "Im Gegensatz zu März/April, wo die Infektion im wesentlichen noch in Form von Clustern abgelaufen ist, und diese relativ gut eingegrenzt werden konnten, ist es jetzt so, dass sich das Virus bereits mehr oder weniger ungehindert in der Bevölkerung ausbreitet." Die Cluster-Nachverfolgung sei sehr schwierig geworden.

Ende der Pandemie erst "Anfang März"

Angesprochen, wann er mit einem Ende der Corona-Pandemie rechnet, meinte Nowotny, er gehe von "Anfang März" aus. Bis dahin sollte ein ausreichender Teil der Bevölkerung geimpft sein, um das Virus zurückzudrängen.

Quelle: Redaktion / hos