Veranstalter: "Austria goes Zrce"-Festival "war kein Fehler"

29. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Der Veranstalter des "Austria goes Zrce"-Festivals, Martin Reitstätter, könne sich die Clusterbildung nicht erklären. Man habe "alle Vorgaben zu 100 Prozent eingehalten". Virologe Norbert Nowotny mahnt hinsichtlich des allgemeinen Infektionsgeschehens zur Vorsicht.

Das "Austria goes Zrce"-Festival zu Veranstalten sei für den Geschäftsführer von New Generation Event & Touristik, Martin Reitstätter, kein Fehler gewesen. Er könne sich die Clusterbildung nicht erklären. Man habe "sowohl in Österreich wie auch Kroatien alle Vorgaben zu 100 Prozent eingehalten", versichert er im PULS 24 Interview.

"Nachdem bekannterweise bei einer anderen Veranstaltung Fälle aufgetreten sind, haben wir die Kontrolle verschärft", sagt der Veranstalter. Im gesamten Areal galt die 3-G-Regel. Diese soll sowohl am Strand wie auch in den Clubs gleichermaßen kontrolliert worden sein. Auch der Zugang zu einem öffentlichen Strand hätte man abgesperrt. Zudem habe man die Hauptbühne nicht genutzt, um "größere Menschenmengen zu vermeiden" und die Teilnehmerzahl im Vorhinein reduziert, erklärt Reitstätter.

Kritik an Hygienekonzept

Dem Vorwurf einer Teilnehmerin, die laut einem Bericht des "Standards" davon berichtete, dass die Kontrollen mangelhaft durchgeführt wurden, widerspricht Reitstätter. "Das kann ich zu 100 Prozent ausschließen", sagt er dazu im PULS 24 Interview.

Corona-Cluster wächst: Über 200 infizierte Österreicher

Generell müsse man aber laut dem Veranstalter die 3-G-Regelung überdenken, "weil es eine Momentaufnahme ist". Das "Schockierenste" für ihn sei gewesen, dass von 38 niederösterreichischen Fällen, 33 Geimpfte dabei waren, wovon 13 bereist vollimmunisiert gewesen sein sollen.

Insgesamt waren laut Reitstätter 8.000 Leute am Festival. Die Teilnehmerliste habe man bereits an die Behörden weitergeleitet. Den Anstieg der Fälle finde er "gut so, weil das heißt: Wir finden die Leute", sagt der Veranstalter.

"Jungen suchen sich einen Weg"

Heftige Kritik gibt es zu dem Thema von Ewald Tatar, Veranstalter des "Frequency"-Festivals. Für ihn sei es unverständlich, dass das "Frequency"-Festival abgesagt wurde. "Das hat mit der aktuellen Situation gar nichts zu tun und ich finde das Ganze wieder übertrieben", sagt er im PULS 24 Interview.

Dass die Infektionszahlen nach einem Festival steigen, wie es nach dem "Austria goes Zrce"-Festival der Fall ist, habe man gewusst. Im Falle des "Frequency"s habe man sich von Experten berechnen lassen "wo wir liegen werden bei den Inzidenzen", erklärt Tatar.

Tatar kritisiert hier vor allem die Politik. Man habe auf die Jungen vergessen "in dem ganzen System und jetzt stellt man sie als die Schuldigen hin". Als Veranstalter sei man Abhängig von der Politik, daher soll diese "sagen, wie man es machen soll." "Wir werden in ein politisches Ringelreiher reingetrieben", kritisiert Tatar. Stattdessen brauche es "klare Ansage", denn die "Jungen suchen sich einen Weg", erklärt er weiter.

Ewald Tatar, Veranstalter des "Frequency"-Festivals, spricht mit PULS 24 über seiner Kritik an der Politik.

Nowotny: "3-G-Regel nicht entsprechend kontrolliert"

Virologe Norbert Nowotny geht davon aus, dass "die 3-G-Regel nicht entsprechend kontrolliert oder angewandt" wurde. Da die aktuelle Virus-Variante um "60 Prozent ansteckender als die Alpha-Variante" ist, sind Corona-Infektionen auch bei Geimpften möglich, wie Nowotny im PULS 24 Interview sagte. Deshalb sei es laut dem Virologen besonders wichtig, auch den zweiten Stich zu bekommen. Denn dann sei eine Infektion zwar möglich, jedoch "ganz selten".

Er habe sich generell dafür eingesetzt, dass es eine Überprüfung "aller Reiserrückkehrer" mittels PCR-Test gäbe. Die solle jedoch "möglichst freiwillig bleiben". Er verstehe aber, dass die Kapazität der PCR-Tests im Moment nicht ausreiche und Österreich "vermutlich etwas überfordert" sei. Dennoch mahnt er im Interview zur Vorsicht: Hinsichtlich des Infektionsgeschehens "müssen wir aufpassen". 

Virologe Norbert Nowotny spricht u.a. auch über das Cluster aus Kroatien.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea