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US-Musterprozess um Social-Media-Sucht im Finale

13. März 2026 · Lesedauer 2 min

In dem womöglich wegweisenden Prozess gegen mehrere Internetriesen in den USA wegen des Vorwurfs der Förderung von Social-Media-Sucht beginnen am Freitag die Beratungen der Jury. Die Geschworenen müssen in Los Angeles konkret im Fall einer 20-jährigen Kalifornierin entscheiden. Sie wirft den Betreibern von Online-Netzwerken wie Instagram und YouTube vor, sie als Minderjährige abhängig gemacht und ihr dadurch schwere psychische Schäden zugefügt zu haben.

In ihren Schlussplädoyers am Donnerstag hatten beide Seiten nochmals vehement ihren Standpunkt klargemacht: Die Vertreter der Hauptklägerin machten erneut das "Suchtpotenzial" von Instagram und Co. für die psychischen Probleme der 20-Jährigen verantwortlich. Die Verteidigung erklärte, dass keiner der vor Gericht befragten Experten einen direkten Zusammenhang zwischen der Internetnutzung und den gesundheitlichen Problemen hergestellt habe.

In dem Prozess hatten unter anderem der Chef des Internetkonzerns Meta, Mark Zuckerberg, und Instagram-Chef Adam Mosseri ausgesagt. Beide wiesen die Vorwürfe zurück. Die Hauptklägerin dagegen schilderte vor Gericht eine zwanghafte Fixierung auf die Plattformen YouTube und Instagram. "Ich war noch jung und habe meine gesamte Zeit damit verbracht", sagte sie. "Jedes Mal, wenn ich versuchte, mich davon zu lösen, funktionierte es einfach nicht."

Das Ergebnis des Prozesses dürfte einen Maßstab für die Entscheidung über Tausende weitere Klagen setzen. Darin wird den Tech-Riesen vorgeworfen, junge Nutzerinnen und Nutzer abhängig gemacht zu haben und damit für Depressionen, Essstörungen, Psychiatrie-Aufenthalte und sogar Suizide verantwortlich zu sein.

Zusammenfassung
  • In Los Angeles startet am Freitag die Juryberatung im Musterprozess gegen Instagram und YouTube, bei dem eine 20-jährige Kalifornierin den Plattformen vorwirft, sie als Minderjährige abhängig gemacht und psychisch geschädigt zu haben.
  • Im Verfahren sagten prominente Tech-Manager wie Meta-Chef Mark Zuckerberg und Instagram-Chef Adam Mosseri aus, während die Klägerin von einer zwanghaften Fixierung auf die Plattformen berichtete.
  • Das Urteil könnte richtungsweisend für Tausende weitere Klagen in den USA sein, in denen Tech-Riesen für psychische Erkrankungen und Suizide bei jungen Nutzerinnen und Nutzern verantwortlich gemacht werden.