APA - Austria Presse Agentur

Unwetter: Zahlreiche Einsätze in Oberösterreich und Tirol, Muren in Salzburg

16. Aug 2021 · Lesedauer 4 min

Schwere Gewitter mit Starkregen haben die Feuerwehren in mehreren Teilen Tirols und Oberösterreichs auf Trab gehalten. In Salzburg kam es zu Murenabgängen.

Rund 140 Einsätze wurden gemeldet, hieß es seitens der Leitstelle gegenüber der APA. Der Schwerpunkt lag im östlichen Mittelgebirge bzw. Bezirk Innsbruck-Land sowie im Raum Landeck und Paznauntal. Kleinere bis mittelgroße Muren gingen auf Straßen ab, lokal standen teilweise Garagen und Keller unter Wasser. Verletzte wurden keine gemeldet.

Die Fernpassstraße zwischen Nassereith und Fernsteinsee wurde beispielsweise durch einen Erdrutsch zum Teil verlegt und die Straße anschließend gesperrt. Am Abend teilte das Land schließlich mit, dass die Straße zwischenzeitlich unter Berücksichtigung von Sicherheitsvorkehrungen für den Verkehr wieder freigegeben wurde. Es sei eine Geschwindigkeitsbeschränkung sowie eine sichtbare Straßenabsicherung eingerichtet worden, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Auch auf die Ötztal Straße zwischen Tumpen und Umhausen und auf die Reschenstraße zwischen Landeck und dem Reschenpass gingen am Nachmittag Muren ab, berichtete der ORF Tirol.

"Warnstufe Orange"

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hatte laut Land Tirol für Montagmittag bis in die Abendstunden "Warnstufe Orange" ausgegeben. Bereits Sonntagabend war es in Teilen des Bundeslandes zu Unwettern mit Starkregen gekommen.

In Nassereith wurde ein 34-jähriger Feuerwehrmann von einer Mure erfasst und bis zum Kopf verschüttet worden. Feuerwehrkollegen und Helfern gelang es, den Mann mit bloßen Händen auszugraben und zu retten, berichtete die Polizei. Er wurde verletzt in das Krankenhaus Zams eingeliefert. Der Mann war gerade dabei, mit Kameraden eine Beleuchtung für Aufräumarbeiten aufzustellen, als plötzlich ein "Hang samt Bewaldung" abrutschte.

In Kirchbichl im Bezirk Kufstein wurde eine Unterführung der Langkampfenerstraße überflutet. Ein 23-jähriger Pkw-Lenker fuhr trotzdem durch die Unterführung und blieb nach rund 50 Metern stecken. Da das Wasser weiter stieg, musste sich der Mann durch das Fenster der Fahrertüre auf den Pkw retten. Er blieb unverletzt. Die Feuerwehr Kirchbichl barg das Auto aus der Unterführung. Ein starkes Unwetter mit Wolkenbruch und Hagel ging auch über Wenns im Pitztal nieder. Eine Mure ging ab, mehrere Bäche traten über die Ufer und ein Baum stürzte auf die L16 Pitztalstraße.

Starkregen in Oberösterreich

Auch in Oberösterreich mussten die Feuerwehren zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Besonders betroffen war Gmunden, wo nach Starkregen Straßen geflutet wurden. Ab 18 Uhr heulten die Sirenen. Innerhalb einer halben Stunde wurden die dortigen Feuerwehren zu mehr als 60 Überflutungseinsätzen alarmiert, wie die "OÖN" berichten. Aufnahmen zeigen überflutete Straßen und wie Kanaldeckel regelrecht übergehen. Für die Autos gibt es kaum mehr ein Durchkommen.

Murenabgänge in Salzburg

Eine neuerliche Gewitterfront mit Starkregen und Hagel hat am Montagabend vor allem im Pinzgau und Pongau erneut für Murenabgänge und Überflutungen gesorgt. Der Katastrophenschutz fordert die Bürgerinnen und Bürger in den Überflutungsgebieten auf, in den oberen Stockwerken zu bleiben und äußerst vorsichtig zu sein, wie die Landeskorrespondenz mitteilte. Im St. Johanner Ortsteil Reinbachsiedlung wurde Zivilschutzalarm ausgelöst.

St. Johanns Bürgermeister Günther Mitterer ersuchte die Bewohner der Reinbachsiedlung, in den oberen Stockwerken zu bleiben, Keller nicht zu betreten und den Hinweisen der Behörden und Einsatzkräfte Folge zu leisten. Auch in anderen Regionen, vor allem im Pinzgau und Pongau, waren wegen des Starkregens Muren abgegangen, auch auf Verbindungsstraßen. Der Katastrophenschutz appellierte an die Bevölkerung, unnötige Fahrten und Aufenthalte im Freien zu vermeiden.

Zahlreiche Feuerwehreinsätze in Niederösterreich

Teils heftige Niederschläge und Sturm haben am Montagnachmittag und -abend neuerlich für Feuerwehreinsätze in Niederösterreich gesorgt. Die Helfer mussten zunächst in den Bezirken Baden und Mödling im Wiener Becken ausrücken, später auch in den Bezirken Amstetten, Melk und St. Pölten.

Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando berichtete gegen 21.00 Uhr von 185 Einsätzen. In Telefon- und Stromleitungen gestürzte Bäume mussten beseitigt werden, geflutete Keller waren auszupumpen, verschlammte Straßen zu reinigen. Mit den Arbeiten waren vorerst 95 Feuerwehren mit 1.100 Mitgliedern beschäftigt.

Quelle: Redaktion / koa