APA - Austria Presse Agentur

Unwetter: Hunderte Feuerwehreinsätze, Paragleiter stirbt bei Absturz

16. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

In Nieder-, Oberösterreich und Tirol mussten Feuerwehrleute zu hunderten Einsätzen ausrücken. In Tirol wurde ein Feuerwehrmann bei einem Murenabgang verschüttet. In Oberösterreich geriet ein Paragleiter ins Gewitter, stürzte ab und starb.

Unwetter haben am Sonntagabend und in der Nacht auf Montag weit über 1.000 Helfer in mehreren Bundesländern erneut gefordert.

In Niederösterreich rückten die Feuerwehren nach Angaben von Sprecher Franz Resperger vom Landeskommando zu 96 Einsätzen aus. Sturmböen ließen vielerorts Bäume umstürzen. Betroffen waren neben dem Bezirk Neunkirchen u.a. auch St. Pölten sowie die Umgebung der Landeshauptstadt.

260 Einsätze und Brände wegen Blitzen in OÖ

Über Oberösterreich zog zwei Stunden lang eine Unwetterfront, deckte Dächer ab und sorgte ebenfalls für umgestürzte Bäume. 1.500 Mitgliedern von 113 Feuerwehren waren bei rund 260 Einsätzen beschäftigt. Annähernd alle Bezirke waren betroffen, berichtete das Landesfeuerwehrkommando. Vereinzelt kam es auch zu Überflutungen und Brände wegen Blitzeinschlags.

Im Bezirk Rohrbach traf etwa ein umstürzender Baum ein Auto. Der 47-jährige Fahrer wich um 20.10 Uhr auf eine Wiese aus, weil über dem Güterweg ein Baum lag. Just in diesem Moment stürzte ein weiterer Baum genau auf das Fahrzeugdach und der Mann wurde eingeklemmt. Sein mitfahrender 17-jähriger Sohn und ein Anrainer befreiten ihn, er wurde ins Spital gebracht.

Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik war das Gewitter um 22.00 Uhr vorbei, für Montagnachmittag werden jedoch erneut Unwetter, vor allem mit hoher Regenintensität, erwartet.

Feuerwehrmann in Tirol von Mure verschüttet

Feuerwehrkollegen und Helfer gruben einen Kollegen mit bloßen Händen aus und retteten ihn in Nassereith im Tiroler Bezirk Imst. Am Sonntagabend wurde der 34-jährige Feuerwehrmann von einer Mure erfasst und bis zum Kopf verschüttet. Er wurde verletzt in das Krankenhaus Zams eingeliefert. Der Mann war gerade dabei, mit Kameraden eine Beleuchtung für Aufräumarbeiten aufzustellen, als plötzlich ein "Hang samt Bewaldung" abrutschte. Die Aufräumarbeiten wurden von einer Baufirma nach einer Vermurung am Samstag durchgeführt.

Autofahrer steckte in Unterführung

In Kirchbichl im Bezirk Kufstein wurde eine Unterführung der Langkampfenerstraße überflutet. Ein 23-jähriger Pkw-Lenker fuhr trotzdem durch die Unterführung und blieb nach rund 50 Metern stecken. Da das Wasser weiter stieg, musste sich der Mann durch das Fenster der Fahrertüre auf den Pkw retten. Er blieb unverletzt. Die Feuerwehr Kirchbichl barg das Auto.

Ein starkes Unwetter mit Wolkenbruch und Hagel ging auch über Wenns im Pitztal nieder. Eine Mure ging ab, mehrere Bäche traten über die Ufer und ein Baum stürzte auf die L16 Pitztalstraße.

Paragleiter stirbt bei Absturz

Ein Mann aus dem Bezirk Gmunden verlor am Sonntagabend in Oberösterreich vermutlich wegen eines Gewitters die Kontrolle über seinen Paragleiter. Der 60-jährige war gegen 18:30 Uhr im Bereich des Hochleckens auf dem Plateau des westlichen Höllengebirges gestartet und Richtung Osten geflogen als er in Schwierigkeiten geriet, berichtete die Polizei. Als sich der Mann gegen 20.00 Uhr über der Ortschaft Langwies in Ebensee befand, verlor er die Kontrolle. Mehrere Augenzeugen beobachteten wie sich der 60-Jährige rasant um die eigene Achse drehte, dabei schnell an Höhe verlor und fanden ihn an der Absturzstelle.

Der Mann lag leblos in einem Bach, der Gleitschirm hing in den Bäumen. Die Ersthelfer befreiten den Piloten aus den Leinen, transportierten ihn an das Ufer und begannen mit der Reanimation. Nach Eintreffen der Rettungskräfte übernahmen diese die Wiederbelebungsmaßnahmen, welche jedoch erfolglos blieben.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam