APA/FF LEOBEN-STADT

Unwetter in der Steiermark: Nur "20 Minuten Vorwarnzeit"

19. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Leiter der Katastrophenschutzabteilung des Landes Steiermark, Harald Eitner, hat nach dem überraschend heftigen Unwetter vom Donnerstag am Freitag gegenüber Medien die dramatischen Stunden des Vortages geschildert.

Nur rund 20 Minuten Vorwarnzeit habe es gegeben, viel zu wenig, um noch die Bevölkerung rechtzeitig etwa über Radio zu warnen. Besonders das Stromnetz habe es getroffen, bestätigte er die Berichte gegenüber der APA und der "Kleinen Zeitung".

Zwei Verletzte

Vergleiche mit den Sturmkatastrophen "Paula" und "Kyrill" ließen sich maximal in puncto Energienetze treffen, denn die waren damals ähnlich stark betroffen wie diesmal. Allerdings war "Paula" schon zwei Tage vorher angekündigt und dauerte mehrere Stunden. Am Donnerstag war der größte Schaden binnen 20 Minuten angerichtet. Er berichtete auch von zwei verletzten Personen in Bruck an der Mur, die in einem Auto von einem Baum getroffen wurden. Der Schaden in der Forstwirtschaft dürfte aber im Vergleich zu "Paula" weit weniger schlimm ausfallen. Derzeit wisse man von rund 200.000 Festmetern Schadholz.

Bis zu 20 Millionen Euro Forstschäden

Die Forstexperten des Landes Steiermark schätzen die Schadholzmenge nach dem Sturm auf rund 400.000 Festmeter, hieß es am Freitag in einer Aussendung von Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP). Der finanzielle Schaden wird mit 15 bis 20 Millionen Euro beziffert. Das entspricht rund acht Prozent des jährlichen Holzeinschlags der Steiermark.

Seitinger appellierte die Schäden möglichst rasch aufzuarbeiten, um Folgeprobleme durch Borkenkäferbefall zu verhindern, und mahnte zur Vorsicht bei der Forstarbeit. Besonders betroffen waren Laubbäume, die mit ihren Laubkronen eine große Angriffsfläche geboten hatten. Zum Vergleich: Die beiden Unwetter "Paula" und "Emma" hatten im Jänner bzw. März 2008 etwa zum 15-fachen Schaden in den steirischen Wäldern geführt.

Modelle konnten Sturm nicht vorhersagen

Die Landeswarnzentrale sei von der Intensität des Unwetters selbst überrascht worden, weil es kaum zu prognostizieren gewesen sei. Den Expert:innen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zufolge habe die Gewitterfront die Warmluft vor sich hergeschoben. Das Gewitter selbst sei harmlos gewesen, der Sturm dafür umso stärker. Das hätten die Modelle allerdings nicht vorhergesagt. "Den Wind sieht man am Satellitenbild nicht", so Eitner. Die Landeswarnzentrale sei selbst erst etwa 20 Minuten vor dem Sturm informiert worden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp