Meteorologe Kachelmann: "Bei dieser Wetterlage dürfte niemand sterben"

19. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Meteorologe Jörg Kachelmann von "kachelmannwetter" kritisiert, dass vor den folgenschweren Unwettern niemand gewarnt wurde. Man hätte den Sturm auf dem Weg von Korsika nach Österreich verfolgen können.

Das orkanartige Unwetter, welches am Donnerstagnachmittag über Österreich hinweggezogen ist, hat fünf Menschenleben gefordert. In St. Andrä im Lavanttal in Kärnten wurden auf einem Freizeitareal am See zwei Kinder von umstürzenden Bäumen erschlagen. Ein weiterer umgestürzter Baum führte in Gaming in Niederösterreich zu drei Todesfällen.

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Meteorologe Jörg Kachelmann erklärt im PULS 24 Interview, dass der "große Gewitterkomplex" schon über dem Mittelmeer begonnen hätte. Es hätte am Donnerstagvormittag bei Korsika begonnen und sei "Stunde für Stunde" Richtung Österreich weitergezogen. Auf Satteliten- und Radarbildern hätte man gesehen, dass "sich das nicht abschwächt. "Man hat Stunden vorher gesehen, wie stark es ist, dass es da ist und wo es hinzieht".

"Das hätte nicht passieren dürfen"

In den USA hätte es bei so einer Lage eine Sturmwarnung gegeben, sagt Kachelmann. "Bei dieser Wetterlage dürfte niemand sterben [...]. Das hätte nicht passieren dürfen". Es sei "einfach eine Lüge, dass man überrascht worden wäre". Gewarnt werden könnte etwa über Sirenen, so Kachelmann. Dass Politiker auf Twitter nach dem Unwetter ihr Mitgefühl äußern, finde er deshalb "fast schon zynisch". Sie müssten sich die Frage stellen: "Warum haben sie nichts gemacht?". 

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat unterdessen bekanntgegeben, dass in St. Andrä im Lavanttal, wo zwei Mädchen von umstürzenden Bäumen erschlagen worden sind, ein Sachverständiger die Arbeit aufgenommen hat. Die Bäume werden nun untersucht.  In Niederösterreich wurde nach dem Tod dreier Wanderinnen festgestellt, dass die Bäume, die auch dort ein Unwetter umgeworfen hatte, zumindest augenscheinlich keine Vorschäden hatten.

Quelle: Redaktion / koa