APA - Austria Presse Agentur

Ungeimpfte in Intensivstationen: Das Kreuz mit den Zahlen

29. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Auf Österreichs Intensivstationen sind die meisten Corona-Patienten ungeimpft. Doch bei der genaueren Nachfrage in den Bundesländern wird schnell klar: Genaue Angaben zu machen, ist schwer möglich.

Die Neuinfektionen sind von Dienstag auf Mittwoch leicht gestiegen, die Belegung der Spitäler mit Covid-Patienten jedoch deutlich zurückgegangen. Aktuell liegen 226 Personen auf Intensivstationen, 14 weniger als noch am Vortag. Nicht standardmäßig erhoben wird, wie viele der intensivmedizinisch betreuten gegen Corona geimpft waren. Ein Rundruf von PULS 24  bei den Krankenanstalten-Verbünden oder Landesregierungen der Bundesländer zeigte, dass es durchaus herausfordernd ist, vergleichbare Zahlen zu erheben.

Alle Salzburger Intensivpatienten ungeimpft

Schnell und präzise kam die Antwort auf die PULS 24 Anfrage von den Salzburger Landeskliniken und dem Wiener Gesundheitsverbund. 93 Prozent sind in Wien an den Intensivstationen ungeimpft, in Salzburg liegt keine einzige geimpfte Person (mit Stand vom 29. September) dort. In Oberösterreich sind 39 von 43 Patienten und damit 86 Prozent ungeimpft. 

Staudinger: Überraschend junge Covid-Patienten auf Intensivstation

Thomas Staudinger, Intensivmediziner im AKH Wien, spricht im Interview mit PULS 24 über die Bettenbelegung in der Intensivstation.

Differenzierter sind die Angaben in der Steiermark. Laut der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGES sind 95 Prozent der Patienten in intensivmedizinischer Behandlung ungeimpft, die geimpften Patienten hätten jedoch schwere Vorerkrankungen.

Das Amt der Tiroler Landesregierung rundete die Zahlen. Bei 15 Covid-Intensivpatienten seien "rund 75 Prozent" ungeimpft, eine Kalkulation in der Redaktion hat ergeben, dass damit vier Geimpfte auf den Intensivstationen liegen müssten. In Vorarlberg ist der Prozentsatz der Ungeimpften am niedrigsten. Die 60 Prozent, die auf den ersten Blick  wie ein besonderer Extremwert wirken, relativieren sich ein wenig, wenn man die absoluten Zahlen anschaut. In Vorarlberg brauchen aktuell fünf Personen intensivmedizinische Betreuung, davon sind zwei geimpft und drei ungeimpft. 

Datenschutz verhindert genaue Angaben in NÖ und Kärnten

Wenig aussagekräftig sind die Zahlen aus Niederösterreich und Kärnten. Die KABEG (Kärntner Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft) konnte auf PULS 24 Anfrage "aufgrund der derzeitigen Belegung sowie aus datenschutzrechtlichen Gründen, (...) die genaue Anzahl nicht nennen", der Anteil der Ungeimpften mache jedoch einen "Großteil" aus. In Niederösterreich werden genaue Zahlen aus datenschutzrechtlichen Gründen gar nicht erhoben, wie die Landesgesundheitsagentur mitteilte. Man schätze jedoch, dass es sich um einen Anteil von 80 Prozent Ungeimpfter handle. 

Aus dem Burgenland konnten die Daten nicht rechtzeitig zur Veröffentlichung des Artikels geliefert werden. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam