APA/JAKOB GRUBER

Unfallzahlen legen wieder deutlich zu

24. März 2022 · Lesedauer 2 min

Im ersten Pandemiejahr war die Zahl der Unfälle, ob Verkehr, Haushalt oder Sport, stark gesunken. 2021 mussten schon wieder 709.400 Menschen deswegen ins Spital, berichtete das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Das ist zwar noch nicht Vor-Corona-Niveau - 2019 waren 781.400 Verletzte gezählt worden, 2020 dann nur mehr 652.800 -, nähert sich diesem aber an. Haushaltsunfälle machten das Gros aus (301.700 Verletzte), gefolgt von Freizeit (225.900) und Verkehr.

Die Behandlungskosten bezifferte die Organisation für das vergangene Jahr mit 2.578 Millionen Euro. 29.200 aller Verunglückten seien als Schwerstverletzte zu betrachten gewesen. Besorgniserregend sei "die stark steigende Zahl der Unfallgetöteten in Österreich", sagte KFV-Direktor Othmar Thann. Für 2021 liegt sie gemäß der Todesursachenstatistik der Statistik Austria noch nicht vor. Aber schon 2020 sei mit 3.093 Unfalltoten ein Höchststand seit dem Jahr 1995 erreicht gewesen. "Dass sich dieser Trend im Jahr 2021 fortgesetzt hat, ist zu befürchten."

Durch die Pandemie "verlagerten sich die Unfälle stark in den Haushalts- und Freizeitbereich. Viele Verletzungen wurden außerdem bei niedergelassenen Ärzten behandelt, um die Kapazitäten der Spitäler zu schonen", erläuterte Thann anlässlich der Auswertung der KFV-Unfalldatenbank IDB-Austria.

Den höchsten Anteil hatten Haushalts-, Freizeit- und Sportunfälle. 301.700 Menschen verletzten sich 2021 im Haushalt - das Zuhause und die Wohnumgebung rangiert damit auf Platz eins. Häufigste Ursache ist der Sturz. 32 Prozent aller Unfälle ereigneten sich in der Freizeit bzw. bei der Ausübung eines Freizeitsports. Rund 19.800 der dabei zu Schaden gekommenen Freizeitsportler ereilte ihr Schicksal beim Radfahren oder Mountainbiken, etwa 18.300 Verletzungen entstanden beim Wandern, Klettern oder ähnlichen "Abenteuern". 90.800 Verletzte gab es gemäß IDB-Austria bei Verkehrsunfällen. (Die Zahl der Verletzten bei polizeilich gemeldeten Straßenverkehrsunfällen gemäß Statistik Austria wurde für das Jahr 2021 noch nicht veröffentlicht, Anm.)

"Die Auswirkungen der Coronakrise auf das Unfallgeschehen in den verschiedenen Lebensbereichen lassen sich derzeit noch nicht zur Gänze einordnen, dennoch ist die Zahl der Unfälle, trotz einer anfänglich tendenziellen Vorsicht der Bevölkerung, hoch", so Thann. Bei Straßenverkehrsunfällen sei ein Anstieg bei der Zahl der getöteten Pkw-Insassen, der Radfahrer und E-Bike-Lenker, Moped- und Leichtmotorradlenker zu beobachten gewesen. Hauptursachen waren nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit, Unachtsamkeit bzw. Ablenkung, Vorrangverletzung und die Missachtung von Ge- oder Verboten.

Quelle: Agenturen