APA - Austria Presse Agentur

Über 10.500 Fälle, mehr Frauen und Ältere betroffen

01. Apr 2020 · Lesedauer 4 min

Während am Mittwoch die SARS-CoV-2- Infektionen in Österreich auf 10.663 (Stand: 20.00 Uhr) angestiegen sind, wuchs in Italien die Zahl der Coronavirus-Toten binnen 24 Stunden auf über 13.000 Opfer an. Allein in Europa starben bisher über 31.000, und weltweit über 45.000 Menschen. Die Pandemie könne global Instabilität, Unruhen und Konflikte verstärken, warnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

Während am Mittwoch die SARS-CoV-2- Infektionen in Österreich auf 10.663 (Stand: 20.00 Uhr) angestiegen sind, wuchs in Italien die Zahl der Coronavirus-Toten binnen 24 Stunden auf über 13.000 Opfer an. Allein in Europa starben bisher über 31.000, und weltweit über 45.000 Menschen. Die Pandemie könne global Instabilität, Unruhen und Konflikte verstärken, warnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

In Österreich lag die Zahl der mit einer Covid-19-Erkrankung Verstorbenen (Stand:10:00 Uhr) bei 146, die meisten Fälle an bestätigten Infektionen wurden mit rund 2.500 weiterhin in Tirol gezählt, auf den Plätzen folgten Niederösterreich und Oberösterreich, die mit jeweils rund 1.700 Infektionen beinahe gleichauf lagen. In Wien wurden etwas mehr als 1.500 Infektionen bestätigt.

Statistisch betrachtet gibt es auch immer mehr Infizierte in der Altersgruppe der über 64-Jährigen, die mit knapp 2.200 Fällen nur mehr hauchdünn hinter der Gruppe der 45- bis 54-Jährigen liegt, die bisher die meisten Betroffenen gestellt hat. Fast 1.000 Infektionen haben inzwischen auch die 15- bis 24-Jährigen erreicht.

Noch bis 13. April gilt Tirol die "Vollquarantäne", eine Aufhebung danach ist jedoch unklar. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sagte, es wäre jetzt die "falsche Botschaft", eine Aufhebung anzukündigen. Der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne) wünschte sich dagegen, "dass es möglich gemacht wird, dass wir als erstes Bundesland wieder in den Normalbetrieb gehen können". Tirol sei "Pionier bei den zu setzenden Maßnahmen" gewesen, ließ Willi wissen.

Österreichweit startete in den heimischen Supermärkten der "sanfte" Einstieg zur ab Montag obligatorischen Schutzmaske beim Einkauf ohne gröbere Probleme. Mund- und Nasenschutzpflicht gilt ab sofort für Polizisten. Jeder Beamte erhielt am Mittwoch bei Dienstantritt einen solchen Schutz. Er muss im Außendienst sowie bei der Überwachung sensibler Objekte getragen werden - und beim Parteienverkehr auf Dienststellen. Das gilt auch für jene Personen, die auf die Polizeiinspektionen kommen, um etwa eine Anzeige zu erstatten.

Am Mittwoch haben auch rund 3.500 außerordentliche Zivildiener ihren Dienst angetreten. Rund 800 davon werden in Wien eingesetzt und in den nächsten Tagen den verschiedenen Trägereinrichtungen zugeteilt. Rund 160 sind direkt beim Roten Kreuz vorgesehen.

Eine Entspannung zeichnet sich derweil an der Grippe-Front ab. Die Zahl der Grippe oder grippeähnlichen Erkrankungen sank im Vergleich zur Vorwoche fast um die Hälfte. Waren in der vergangenen Woche noch 112.000 Menschen an Influenza erkrankt, zählte die AGES in dieser Woche nur mehr 59.000 Grippe-Patienten. "Das ist endlich der erhoffte große Rückgang", zeigte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erfreut.

In Italien steigt die Zahl der Coronavirus-Todesopfer unterdessen unaufhörlich weiter. Jene der Neuinfizierten blieb zumindest stabil, was Experten optimistisch stimmt. Die Zahl der Coronavirus-Toten innerhalb von 24 Stunden kletterte um 727 auf insgesamt 13.155 Opfer, teilte der Zivilschutz mit. Die Zahl der Infizierten in Italien stieg von 77.635 auf 80.572.

Binnen 24 Stunden wurden in Spanien mit 864 noch mehr neue Todesfälle gezählt, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Die Behörden hoffen nun aber darauf, dass der Höhepunkt der Ansteckungswelle erreicht sein könnte. "Wir stellen aber fest, dass der Druck auf Krankenhäuser und Intensivstationen nachlässt, das sind sehr gute Nachrichten", sagte die Sprecherin der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES).

Großbritannien hat erstmals mehr als 500 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, starben seit dem Vortag 563 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 2.352 an. Knapp 30.000 Menschen waren nachweislich mit dem Virus infiziert.

US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner wegen der Corona-Epidemie auf historisch schwierige Zeiten und auf dramatische Opferzahlen in naher Zukunft eingeschworen. "Die nächsten zwei oder drei Wochen werden zu den schwierigsten gehören, die wir in diesem Land jemals hatten", sagte Trump im Weißen Haus. "Wir werden Tausende Menschen verlieren." Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA durch das Coronavirus - trotz Maßnahmen zur Eindämmung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft inzwischen, ob das Tragen von Mundschutz in der allgemeinen Öffentlichkeit die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen kann. "Die WHO trägt alle verfügbaren Informationen zusammen und wägt ab, ob das umfassendere Tragen von Mundschutz Ansteckungen eindämmen kann", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Quelle: Agenturen