Toter Bub in Ache: Vater zuvor ausgeraubt und niedergeschlagen

28. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Nachdem ein sechsjähriger Bub Sonntagfrüh im Zuge einer Suchaktion tot in der Kitzbüheler Ache in St. Johann in Tirol gefunden worden, gibt es nunmehr offenbar Klarheit über den genauen Hintergrund.

Der geistig beeinträchtigte Kind aus dem Bezirk Kitzbühel dürfte selbstständig aus dem Kinderwagen gestiegen und in die Ache gestürzt sein, nachdem sein 37-jähriger deutscher Vater zuvor von einem Unbekannten ausgeraubt und bewusstlos geschlagen worden war.

Obduktion angeordnet

Das Kind wurde nach Angaben des Tiroler Landeskriminalamtes abgetrieben und schließlich rund 600 Meter flussabwärts nur noch tot geborgen. Eine Obduktion des Buben wurde durch die Staatsanwaltschaft für Montag angeordnet. Es gebe derzeit keinen Hinweis darauf, dass auf ihn eine Gewalteinwirkung durch den unbekannten Täter stattfand, betonte LKA-Leiterin Katja Tersch gegenüber der APA.

Vater niedergeschlagen und ausgeraubt

Der Gesuchte hatte sich zuvor gegen 4.00 Uhr dem Vater des Buben, der mit seinem, in einem Kinderbuggy sitzenden, Sohn auf einer Promenade unterwegs war, im Bereich des Hauptschulsteges von hinten angenähert und versetzte ihm daraufhin einen gezielten und wuchtigen Schlag mit einer Flasche auf den Hinterkopf. Der 37-Jährige sackte zu Boden und blieb bewusstlos liegen. Daraufhin dürfte der Täter die Geldtasche und das Mobiltelefon des Mannes an sich genommen haben. Er flüchtete in unbekannte Richtung. Das Handy und die Geldtasche wurden schließlich in unmittelbarer Nähe des Tatortes gefunden.

Keine Spur vom Täter

Gegen 5.20 Uhr wurde der Vater von einem Passanten bewusstlos aufgefunden. Dieser verständigte die Rettung. Im Zuge der Hilfeleistung fragte der Vater nach seinem Kind. Daraufhin wurde eine Suchaktion unter Beteiligung der Feuerwehr, einer Diensthundestreife und zahlreicher Polizeistreifen eingeleitet. Eine Stunde später wurde der Sechsjährige schließlich tot geborgen.

Der 37-Jährige erlitt eine Verletzung, wurde ärztlich versorgt und schließlich im Krankenhaus St. Johann stationär aufgenommen. Der Mann wurde zudem auch psychologisch betreut. Nach dem Täter fehlte vorerst jede Spur.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp