Neuwirth: Prognosen haben Corona-Anstieg nicht gezeigt

17. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Den derzeitigen Anstieg der Corona-Zahlen hätten die Prognosen nicht gezeigt, wie Statistiker Erich Neuwirth im PULS 24 Interview erklärt. Nun sei es wichtig, diese Entwicklung ernst zu nehmen, betont Neuwirth.

In Österreich steigen die Corona-Zahlen wieder an. Diese Trendwende hat laut Statistiker Erich Neuwirth schon vor ungefähr vierzehn bis zehn Tagen begonnen. "Wobei die Prognosen das nicht gesehen haben, aber solche Knickstellen sind schwierig zu prognostizieren", wie er im PULS 24 Interview erklärt.

"Realistisches Bild" erst nach Wochenende

Dass Großveranstaltungen, wie etwa die Vienna Pride oder das Nova Rock, Auswirkungen auf diesen Anstieg haben, könne man laut Neuwirth vom derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen. Dazu sei der Zeitraum noch zu kurzfristig.

Zu beobachten sind derzeit allerdings generell Veränderungen in den Bundesländern. "Wien war zum Zeitpunkt der Aufhebungen der Maßnahmen das Bundesland mit der niedrigsten Inzidenz und in den Wochen drauf hat Wien wieder die höchste Inzidenz bekommen", so der Statistiker. Das lasse sich auf die erhöhte Ansteckungsgefahr zurückführen, die aufgrund der Bevölkerungsdichte in einer Stadt größer sei.

Pötsch: Saisonalitätsvorteil bei Corona bereits ausgeschöpft

Trotz steigender Corona-Zahlen könne man laut Neuwirth jedoch erst kommende Woche Dienstag ein "realistisches Bild" des Infektionsgeschehens sehen, da sich an Feiertagen weniger Menschen testen. Dennoch müsse man diesen Anstieg ernst nehmen.

Welle könnte "schnell wieder losgehen"

Dass es im Herbst eine Corona-Welle geben wird, stehe laut Public-Health-Experte Armin Fidler bereits fest. Darauf würden bereits alle Modelle hinzeigen. Wie stark diese ausfallen könnte, hänge mit den Entwicklungen im Sommer zusammen. Auch für den Virologen Lukas Weseslindtner sind die Entwicklungen im Sommer entscheidend dafür, wie sich das Infektionsgeschehen im Herbst gestaltet. Derzeit spreche die Infektionslage dafür, "dass es schnell wieder losgehen könnte", sagt Weseslindtner. Dafür spreche, dass die Immunantwort von Geimpften und Genesen auf die neuen Untervarianten der Omikron-Variante so unterschiedlich ausfällt. 

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea