Fidler: Alle Modelle zeigen auf Corona-Welle hin

17. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Laut Public-Health-Experte Armin Fidler zeigen alle Modelle, dass es im Herbst eine Corona-Welle geben wird. Fidler und auch der Virologe Lukas Weseslindtner sind sich hinsichtlich der Intensität dieser Welle einig: Alles hängt von der Entwicklung im Sommer ab.

Dass es im Herbst eine Corona-Welle geben wird, stehe laut Public-Health-Experte Armin Fidler bereits fest. Daraufhin würden bereits alle Modelle hinzeigen. Wie stark diese ausfallen könnte, hänge mit den Entwicklungen im Sommer zusammen. "Wenn wir eine Sommer-Welle haben, die relativ gelinde verläuft, dann haben wir möglicherweise die Chance, dass die Welle im Herbst nicht so aggressiv sein wird", erklärt er im PULS 24 Interview.

"Maske tragen, macht einfach Sinn"

Dennoch lasse "das berühmte Licht am Ende des Tunnels weiterhin auf sich warten", sagt der Public-Health-Experte. Man könne bereits einen Anstieg der Corona-Patienten auf der Normalstation beobachten. Daher sei es wichtig die Spitäler für einen weiteren Anstieg zu wappnen, da die Behandlung von Covid-Patient:innen eine "spezielle, zusätzliche Herausforderung" darstellt, so Fidler.

Wichtig sei es auch, das Virus weiter zu beobachten und sich "nicht im Dunkeln zu bewegen". "Wir müssen weiterhin verstehen, wie sich das Virus ausbreitet, wer besonders betroffen ist (…) und was das genetische Profil des Virus ist", erklärt der Public-Health Experte. Die Corona-Impfung und das Masketragen sieht Fidler ebenfalls weiterhin als sinnvoll an. Dabei vergleicht er den Wegfall der Maskenpflicht mit dem Tragen eines Fahrradhelms – dieser sei zwar nicht Pflicht, jedoch sinnvoll.

Statistiker Erich Neuwirth spricht mit  PULS 24 über die steigenden Corona-Zahlen.

Anstieg "haben Prognosen nicht vorhergesehen"

Die Trendwende hat laut Statistiker Erich Neuwirth schon vor ungefähr vierzehn bis zehn Tagen begonnen. "Wobei die Prognosen das nicht gesehen haben, aber solche Knickstellen sind schwierig zu prognostizieren", wie er im PULS 24 Interview erklärt. Trotz steigender Corona-Zahlen könne man laut Neuwirth jedoch erst kommende Woche Dienstag ein "realistisches Bild" des Infektionsgeschehen sehen, da durch die Feiertage weniger Menschen sich testen bzw. auch die Fälle gemeldet werden. Dennoch müsse man diesen Anstieg ernst nehmen.

Könnten "ganz schnell Anstieg haben"

Derzeit spreche die Infektionslage dafür, "dass es schnell wieder losgehen könnte", sagt der Virologe Lukas Weseslindtner. Dafür spreche, dass die Immunantwort von Geimpften und Genesen auf die neuen Untervarianten der Omikron-Variante so unterschiedlich ausfällt. Das sei laut Weseslindtner überraschend gewesen. Sollte es dennoch nicht zu einer Sommer-Welle kommen, dann "wäre die Welle wahrscheinlich später", so der Virologe. Dann wird mit einem "massiven Anstieg" erst Mitte bis Ende des Sommers gerechnet.

Virologe Lukas Weseslindtner spricht im Interview mit PULS 24 über die Corona-Pandemie.

Dennoch sei jetzt "nicht die Zeit für harte Maßnahmen", meint der Virologe. Die bisherigen Corona-Maßnahmen wurden vor allem zum Schutz des Gesundheitssystems erlassen – diese sei zurzeit laut Weseslindtner "nicht gefährdet". Dennoch sollte man eine Infektion mit Corona laut ihm "nicht auf die leichte Schulter nehmen". Nicht nur könne die Erkrankung unangenehm werden, sondern es drohen Folgeerscheinung im Sinne des Long-Covids. Daher werde das Ganze "immer mehr zu einer Frage des Einzelnen: Wollen Sie so etwas oder wollen Sie das nicht?", meint der Virologe.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea