APA - Austria Presse Agentur

Spätestens 2022 Auffrischung des Corona-Impfschutzes nötig

16. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Irgendwann zwischen Herbst 2021 und dem kommenden Jahr wird der Corona-Impfschutz aufgefrischt werden müssen.

Was Pfizer-Sprecherin Renée Gallo-Daniel im PULS 24 Interview bereits Mitte April vermutete, bekräftigt nun auch die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland: Künftig wird der Impfschutz gegen SARS-CoV-2 aufgefrischt werden müssen. Die Stiko ist der Ansicht, dass man sich wohl spätestens im nächsten Jahr erneut gegen das Coronavirus impfen lassen wird müssen. "Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein sagte Anfang Mai vor dem Bundesrat, dass die Menschen darauf vorbereiten werden müssten, dass es schon dieses Jahr im Herbst eine weitere Impfung geben werde, "eine dritte" und später wahrscheinlich auch eine "vierte Teilimpfung".

AstraZeneca- und Johnson & Johnson- Empfänger "als erste besser immunisiert"

"Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen", sagte Stiko-Chef Mertens nun auch in Deutschland. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Immunität nach einer Impfung rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein. Sollten sich in Deutschland Mutationen verbreiten, gegen die die aktuellen Impfstoffe nicht so stark wirksam seien, müsse man möglicherweise auch schon früher mit einem angepassten Impfstoff beginnen. Gegen die südafrikanische Variante etwa wirkten die Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht so gut. "Sollte sich diese Variante bei uns stark verbreiten, sollten die betroffenen Personen dann als erste besser immunisiert werden."

Impfhersteller arbeiten schon an Weiterentwicklung

Mertens wies darauf hin, dass die Hersteller nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen arbeiten, die gegen relevante derzeit bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Nach Angaben des Stiko-Chefs ist es zudem denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könnte es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens.

Quelle: Agenturen