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Sorge um Queen: Selbst für neuen Premier kann sie nicht nach London

31. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Wird ein neuer Premierminister angelobt, empfängt ihn die Queen vorher im Buckingham Palace - immer. Nun müssen sich aber der alte und der neue Premier nach Schottland aufmachen, wo die Queen den Sommer verbringt. In Großbritannien schrillen deshalb die Alarmglocken, Sorge um die 96-jährige Monarchin macht sich breit.

Fragt man in Großbritannien, welche Eigenschaft ihre Monarchin am stärksten auszeichnet, antworten die meisten das gleiche: Ihr Pflichtbewusstsein. Queen Elizabeth II. arbeitet selbst im hohen Alter noch wie eine Böse, gerade in letzter Zeit musste sie aber aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. Wichtige Termine hielt sie trotzdem ein. 

Am Mittwoch gab der Palast jedoch bekannt, dass sie am kommenden Dienstag nicht im Buckingham Palast sein wird, wenn Premier Boris Johnson mit seiner Nachfolger:in - entweder Liz Truss oder Rishi Sunak - zur Audienz erscheinen hätte sollen. Stattdessen müssen die beiden nach Schottland, wo Elizabeth traditionell ihren Sommer im Schloss Balmoral verbringt.

70 Jahre auf dem Thron, immer zur Stelle - bis jetzt

Der 6. September ist somit der erste Audienztag für einen neuen Premier in der siebzigjährigen Regentschaft der 96-Jährigen, den sie nicht in London verbringt. Undenkbar bis vor Kurzem. Der offizielle Grund für die Planänderung ist, dass man sichergehen will, dass Johnson nicht vielleicht in letzter Minute umplanen muss, falls die Königin an diesem Tag nur eingeschränkt mobil wäre. 

Anreise: 822 statt 2 Kilometer

Beim Premierminister-Wechsel spricht der alte traditionell kurz vor seinem Sitz in der Downing Street 10, fährt zum Buckingham Palast, um sein Kündigungsgesuch der Queen zu übergeben. Dann spricht der neue Premier mit der Monarchin, die ihn einlädt, eine Regierung zu bilden, dann geht es zurück in die Downing Street. Die Anfahrt, normalerweise 1,8 Kilometer, ist diesmal 822 lang. 

Bei den Untertanen der Königin schrillen deshalb die Alarmglocken. Dass ein Premier und dessen Nachfolger:in abseits des Buckingham Palastes empfangen wird, kam zuletzt vor über 100 Jahren, in der Regentschaft von König Edward VII. vor. Dass gerade die Queen, die soviel Wert auf die Einhaltung von Traditionen legt, mit dieser bricht, deuten viele als ernstzunehmendes Warnsignal.

Tägliche Besuche von Charles

Es gibt noch weitere Hinweise, dass es Elizabeth zunehmend schlechter gehen könnte, als offizielle Quellen bereit sind zuzugeben: Der älteste Sohn der Queen, Prinz Charles soll seine Mutter laut "Sun" jeden Morgen besuchen. Die beiden sehen sich sonst deutlich seltener. Und auch beim sonntäglichen Kirchgang sei die Königin in diesem Jahr noch nicht beobachtet worden.

Beruhigend sei, dass Elizabeth planen soll, beim Braemar Gathering, Highland Games, die jedes Jahr am ersten Samstag im September stattfinden und unter ihrer Schirmherrschaft stehen, zu erscheinen. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam