"Besonders hinterhältig"
"Schockanrufe" mit 4,8 Mio. Euro Schaden: 23 Beschuldigte
23 Beschuldigte aus Polen, Tschechien, Deutschland, der Slowakei, aus Serbien und Spanien wurden nach Angaben vom Montag seit Beginn des vergangenen Jahres ermittelt und 17 von ihnen festgenommen. Der angerichtete Schaden: 4,8 Millionen Euro.
Karner: "Besonders hinterhältig"
Bei den langwierigen Ermittlungen wurden eine Keilerzelle in Wien zerschlagen und eine weitere in Brno (Brünn) ausgehoben. Tatorte befanden sich in praktisch allen Bundesländern. Zudem waren die Beschuldigten international tätig, etwa in der Slowakei, in Deutschland und Polen.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bezeichnete Schockanrufe in einer Pressekonferenz als "besonders hinterhältig". Vertrauen in Behörden wie Polizei und Justiz werde ebenso missbraucht wie in Ärzte oder Geldinstitute.
Im Bereich "Schockanruf" waren laut Polizei 2025 hierzulande 90 vollendete Taten und 329 angezeigte Versuchshandlungen verübt worden. Die Dunkelziffer bzw. die Nichtanzeigen bei dieser Deliktform würden offensichtlich aus Scham von Betroffenen jedoch wesentlich höher sein, mutmaßen die Fahnder.
Video: Betrugs-Wahnsinn: Immer dreistere Maschen
Zusammenfassung
- 23 Beschuldigte aus sechs europäischen Ländern wurden seit Anfang 2025 im Zusammenhang mit Schockanrufen ermittelt, 17 davon festgenommen.
- Der entstandene Schaden durch diese Betrugsmasche beläuft sich auf 4,8 Millionen Euro, betroffen waren nahezu alle Bundesländer sowie weitere Länder wie Deutschland und Polen.
- Im Jahr 2025 registrierte die Polizei in Österreich 90 vollendete Schockanrufe und 329 Versuchsfälle, wobei eine hohe Dunkelziffer vermutet wird.
