APA - Austria Presse Agentur

Schlepper bei Eisenstadt nach Verfolgungsjagd mit Schüssen gestoppt

12. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Ein Schlepper hat sich am Donnerstag bei Eisenstadt eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert und konnte erst mit Warnschüssen gestoppt werden. Er raste von der ungarischen Grenze bei Siegendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) in Richtung Eisenstadt davon.

Der Versuch, den Rasenden anzuhalten, schlug fehl. Erst die Warnschüsse führten zu seiner Festnahme, bestätigte ein Polizeisprecher einen Bericht des "Kurier". Im Fahrzeug wurden zehn Flüchtlinge gefunden. Verletzt wurde niemand.

Eine Polizeistreife wurde in Siegendorf auf den Kleinbus mit ungarischem Kennzeichen aufmerksam, weil er viel zu schnell unterwegs war, berichtete das Innenministerium. Der Schlepper dürfte sich der Grenzkontrolle entzogen haben und davongerast sein. Eine Streife nahm daraufhin die Verfolgung auf und eine Sofortfahndung wurde eingeleitet.

Lenker flüchte zu Fuß weiter

Um den Schlepper zum Stehenbleiben zu bringen, erzeugte eine Streife der Landesverkehrsabteilung einen "künstlichen Stau" auf der Burgenland-Schnellstraße S31. Der Mann fuhr aber weiter auf die Beamten zu und brachte sie laut Innenministerium damit in eine "lebensbedrohende Situation". Deshalb wurden Schüsse auf die Reifen des Fahrzeuges abgegeben, das schließlich in der Nähe der Landespolizeidirektion Burgenland auf der B50 zum Stillstand kam. Der Lenker versuchte noch, zu Fuß zu flüchten, konnte aber festgenommen werden.

Gerald Tatzgern, Leiter des Büros zur Bekämpfung des Menschenhandels und der Schlepperei im Bundeskriminalamt, betonte in Hinblick auf den Vorfall, dass ein wichtiger Faktor im Kampf gegen die Schlepperei die Zusammenarbeit mit den Staaten des Westbalkan sei. "Das entschiedene Vorgehen gegen die Schlepper ist entscheidend, um die Routen unattraktiv zu halten", sagte Tatzgern.

Abschiebe-Stopp als Anreiz

Die Haltung Deutschlands, Abschiebungen abgelehnter Asylwerber nach Afghanistan vorerst bis Ende August auszusetzen, sei "ein absoluter Pull-Faktor für illegale Migration. Das befeuert das Geschäft der Schlepper und Deutschland wird damit verstärkt zum Hauptzielland illegaler Migration werden", betonte Tatzgern.

Auch am Mittwochmorgen sei im Burgenland bereits ein Schlepper festgenommen worden, der sechs Frauen und 16 Männer aus Syrien in seinem Lkw mitgenommen und zwischen Parndorf und Bruckneudorf (Bezirk Neusiedl am See) aussteigen hatte lassen. Weil die 22 Personen keinen Asylantrag stellten, wurden sie laut Innenministerium festgenommen und in die Polizeiinspektion Nickelsdorf gebracht.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam