APA - Austria Presse Agentur

Royaler Zwist: So kam es zur Eiszeit zwischen Prinz William und Harry

01. Juli 2021 · Lesedauer 5 min

Anlässlich des 60. Geburtstags von "Lady Di", wollen ihre Söhne ihrer verstorbenen Mutter ein Denkmal setzten. Prinz William und Prinz Harry enthüllen gemeinsam eine Statue von Prinzessin Diana. Überschattet wird die Zeremonie vorab durch den Zwist zwischen den Brüdern.

Am 1. Juli wäre die "Königin der Herzen, Prinzessin Diana, 60 Jahre Alt geworden. Anlässlich dessen und in Gedenken an "Lady Di" wird nun im Garten des Kensington -Palast eine Statue enthüllt. Dianas Söhne, Prinz William und Harry, gaben die Statue selbst in Auftrag. Die Zeremonie steht jedoch im Schatten der Streitigkeiten zwischen den Brüdern. Die Beiden treffen erstmals seit der Beerdigung ihres Großvaters Prinz Philip aufeinander.

Harry: "Wir sind auf verschiedenen Wegen"

Mit versteinerten Mienen schritten die beiden Prinzen, damals 15 und zwölf Jahre alt, hinter dem Sarg ihrer verstorbenen Mutter Diana. Diese Bilder aus dem Jahr 1997 zählen zu den emotionalsten der britischen Monarchie. Zu diesem Zeitpunkt war die Beziehung zwischen William und Harry noch in Ordnung.

Laut Beobachtern des Könighauses soll das Band zwischen William und Harry stets eng gewesen sein. "Ich liebe William über alles. Er ist mein Bruder. Wir sind zusammen durch die Hölle gegangen. Wir haben eine gemeinsame Erfahrung. Aber wir sind auf verschiedenen Wegen", sagte Harry zuletzt im Interview mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey über seinen Bruder

Der Disziplinierte und der Freigeist

Das Auseinanderdriften der Beiden Brüder war hinsichtlich der Thronfolge unausweichlich. Prinz William ist als Erstgeborener der zukünftige englische König. Er soll seiner Oma Queen Elisabeth II. sehr ähnlich sein: Pflichtbewusst und diszipliniert. "Es ist etwas, in das ich hineingeboren wurde, es ist meine Pflicht", hatte er an seinem 21. Geburtstag erklärt.

Harry hingegen war lange Zeit als Hitzkopf bekannt. Mit Skandalen und Rebellion machte der "Party-Prinz" Schlagzeilen. Er fiel vor allem durch Saufgelage und Frauengeschichten auf. Einmal erschien er in Hitler-Uniform bei einer Feier. Mit der Zeit wurde Harry ruhiger. Er war sogar Williams Trauzeuge bei dessen Hochzeit mit Kate Middleton.

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Harry war Williams Trauzeuge bei dessen Hochzeit mit Kate Middleton im April 2011.

William: Meghan sei "erbarmungslos"

Zunächst lebten die beiden Prinzen mit ihren Ehefrauen gemeinsam im Kensington-Palast. Doch die Stimmung zwischen den Brüdern spitze sich zu – Grund dafür: Harrys Ehefrau Meghan Markle.

Wie der Royals-Experte Robert Lacy in seinem Buch "Battle oft the Brothers" aufzeigt, soll Meghan einige Palastangestellte gemobbt haben. Laut der "Mail Online" beschreibt Lacy, wie es zu einem Gespräch zwischen Harry und William kam. William soll über Meghans Schikanen nicht erfreut gewesen sein und habe sich hinter seine Mitarbeiter gestellt. Daraus soll ein Streit entstanden sein, der zu Harrys Auszug aus Kensington-Palace führte.

Offiziell äußerten sich die Brüder nicht zu dem Vorfall. Die Behauptungen wurden über die Anwälte der Sussexes dementiert. Der Palast kündigte eine Untersuchung zu den Vorwürfen gegen Meghan an, um Licht ins Dunkle zu bringen.

PULS 24 lässt mit "Kurier"-Societyjournalistin Isabella Klausnitzer den Streit zwischen Harry und Meghan und den Royals Revue passieren.

Rassismusvorwürfe und Suizidgedanken

Auf der anderen Seite stehen Harry und Meghan, die ihrerseits, seit dem Auszug und ihren "Ausstieg" aus der Royal-Family, selbst Vorwürfe gegen das britische Königshaus erheben. Für Sprengstoff sorgte, dass die beiden dies alles bei einem aufsehenerregenden Interview von US-Talkshow-Legende Oprah Winfrey in der Öffentlichkeit ausbreiteten.

Meghan, die afro-amerikanischer Abstammung ist, musste nach eigenen Angaben von Anfang an unter "Sexismus und Rassismus" leiden. Als sie mit Söhnchen Archie schwanger war, habe es innerhalb der Royal-Family Bedenken gegeben, "wie dunkel seine Haut sein könnte, wenn er geboren wird", sagte Meghan im Oprah-Interview. Sie hätte sogar Suizid-Gedanken gehabt.

Kathi Frühling, PULS 4 Society-Expertin, analysiert das Interview zwischen Meghan und Harry mit Oprah.

Der Rassismus-Vorwurf ging den Royals nahe. Besonders Prinz William reagierte gereizt. "Wir sind keine rassistische Familie", sagte dieser über die Vorwürfe. Für Harry war der Rückzug aus dem britischen Königshaus die einzige Möglichkeit. "Es erfüllt mich mit großer Traurigkeit, dass es dazu gekommen ist", sagte Harry. Er habe aber keinen anderen Weg gesehen auf der Suche "nach einem friedlicheren Leben" für seine Familie.

Harry und Meghan leben seither mit ihren beiden Kindern in den USA. Im April kehrte Harry zur Beerdigung seines Großvaters, Prinz Phillip, nach London zurück. Fernsehkameras zeigten, wie Harry und William nach der Trauerfeier nebeneinander durch den Schlosshof gingen und sich unterhielten. Danach soll es laut Medienberichten ein klärendes Gespräch zwischen den Brüdern, Kate und Vater Charles gegeben haben.

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Prinz Harry mit seiner Frau Meghan folgen Prinz William und dessen Frau Kate in der Westminster Abbey.

Waffenruhe aber kein Frieden in Sicht

Dieses Gerücht wurde nun allerdings widerlegt: Einen solchen Friedensgipfel habe es nie gegeben. Laut Lacy soll die Situation sogar eskaliert sein: "Sie sind einander so heftig wie nie an den Kragen gegangen", zitierte der Autor einen Freund der Prinzen. Zu viel sei laut Lacy zwischen den beiden vorgefallen.

Die Enthüllung der Statue bietet nun einen Versöhnungsmöglichkeit. Harry, der wegen der britischen Corona-Einreiseregeln sich nach seiner Ankunft für mehrere Tage selbst isolieren muss, ist bereits seit ein paar Tagen in England. Fraglich ist nur, ob die Brüder sich die Zeit dazu nehmen. Für die Zeremonie wird daher voraussichtlich nur Waffenruhe herrschen.

Angela Perkonig, Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / pea, lam