APA - Austria Presse Agentur

So beeinflusst der Zwist mit Harry den Ablauf von Prinz Philips Begräbnisses

17. Apr 2021 · Lesedauer 4 min

Prinz Philip, über 70 Jahre lang an der Seite von Queen Elizabeth II., wird am heutigen Samstag um 16 Uhr österreichischer Zeit beerdigt. Der Prinz selbst organisierte mit: Sogar seinen Leichenwagen designte er selbst. Großen Einfluss auf die Trauerfeier hat aber auch sein Enkel Prinz Harry. Sein Zerwürfnis mit der Familie beeinflusst Dresscode und Trauerzug.

Die Corona-Bestimmungen in Großbritannien lassen nur ein Begräbnis in kleinstem Rahmen zu. Das kommt den Wünschen des Verstorbenen entgegen. Philip wünschte sich "no fuss" ("kein Getue"). Nur 30 Gäste sind bei der Trauerfeier am Samstag um 15 Uhr (16 Uhr österreichischer Zeit) in der St. Georges Chapel auf Schloss Windsor dabei, darunter natürlich die Queen selbst, die wegen der Covid-Maßnahmen in der Kapelle ihre eigene Sitzreihe bekommt und wie alle Gäste Maske tragen soll. Ebenfalls dabei sind die vier Kinder Philips und der Queen, Thronfolger Charles mit seiner Frau Camilla, Prinzessin Anne mit Ehemann Timothy Laurence, Andrew und Edward mit seiner Frau Sophie. 

Nicht dabei: Meghan und die königlichen Kinder 

Für viel Spannung sorgte im Vorfeld des Begräbnisses die nächste Generation: Unter der Schar der Enkel ist natürlich Prinz William mit Ehefrau Kate (deren Kinder George, Charlotte und Louis bleiben zuhause) sowie Harry, der aus den USA angereist ist. Ehefrau Meghan und Sohn Archie ließ Harry zuhause. Der offizielle Grund ist, dass die Ärzte der schwangeren Meghan von der Reise abrieten. Nach dem Skandalinterview bei US-Startalkerin Oprah Winfrey, in dem sie dem Königshaus Rassismus gegen Archie vorwarf, wird bei der Verwandtschaft in England darüber aber niemand böse sein. 

Harry und William sogar beim Trauerzug entzweit

Ab 14:40 Uhr Ortzeit wird der Sarg von der privaten Kapelle in Windsor zur St. Georges Kapelle gebracht. Die engsten Verwandten werden dem Sarg in einem Trauerzug folgen. Harry und William werden beim Trauerzug hinter dem Sarg herschreiten. Zwischen ihnen soll jedoch Peter Phillips, ihr Cousin und Sohn von Prinzessin Anne, gehen. Es soll das erste Treffen zwischen William und Harry seit dem Oprah-Interview sein. Dass sie nicht nebeneinander gehen, wie zum Beispiel bei Begräbnis ihrer Mutter Diana, sei ein deutliches Anzeichen für den Streit, der im Hintergrund schwelt, so ist sich die britische Presse sicher. Sobald der Trauerzug die Kapelle erreicht, wird Prinz William ausscheren und vor seinem Bruder die Kapelle betreten. Die Queen kommt mit dem Auto, einem Bentley. Tage vor dem Begräbnis hieß es, sie werde direkt zur Kapelle gefahren. Etwas mehr als eine Stunde vor der Feier wurde jedoch von einer Planänderung gesprochen. Die Queen soll im Auto teil des Trauermarsches sein. 

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Keine Uniformen wegen Harry

Harry ist auch für den Dresscode mitverantwortlich. Er darf seine Uniform nicht mehr tragen. Deshalb soll die Queen persönlich bestimmt haben, dass keiner der Männer in Uniform kommen darf. Dem Vernehmen nach wollte Queen-Sohn Andrew in der Uniform eines Marine-Admirals kommen. Stattdessen werden die Herren nun in Trauerkleidung erscheinen und nur ihre Orden (die Harry auch noch tragen darf) weisen auf die jeweilige militärische Laufbahn hin. 

Deutsche: Bei Hochzeit ausgeladen, bei Begräbnis dabei

Ebenfalls mit dabei sind drei von Philips deutschen Verwandten. Bei der Hochzeit des Duke of Edinburgh mit Elizabeth mussten die Deutschen noch zuhause bleiben. 1947 als England mit dem Paar feierte, wollte man so kurz nach dem Krieg niemanden daran erinnern, wie eng die verwandtschaftlichen Bande zum Kriegsgegner Deutschland sind. 

Philip designte Leichenwagen selbst

Prinz Philips Begräbnis ist minutiös durchgeplant. Die Vorbereitungen der "Operation Forth Bridge" laufen seit Jahren. Daran maßgeblich beteiligt: Prinz Philip selbst. Er designte zum Beispiel seinen eigenen Leichenwagen. Der Sarg wird in einem umgebauten Land Rover transportiert. Die Farbe: tarngrün, als Verbeugung vor seiner militärischen Vergangenheit. Als "Sargträger" werden Mitglieder der verschiedener militärischer Einheiten neben dem Auto marschieren. 

Seine letzte Ruhestätte wird Philip, der Duke of Edinburgh in der Gruft der St. Georges Chapel finden. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam