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Regierung will psychische Gesundheit von Kindern und Jugend stärken

08. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Die Bundesregierung wird zur psychischen Stärkung von Kindern und Jugendlichen zusätzliche finanzielle Mittel flüssig machen. Das kündigte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) anlässlich des internationalen Tags der psychischen Gesundheit (10. Oktober) an. Weiters soll mit Information und Kampagnen auf die Förderung der psychischen Gesundheit von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen aufmerksam gemacht werden.

"Während der Corona-Pandemie hat die psychische Belastung für Kinder und Jugendliche stark zugenommen. Um hier gegenzusteuern, stellt die Bundesregierung bis Ende 2022 13 Millionen Euro zur Bewältigung akuter psychischer Probleme von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung", stellte Mückstein fest. Darüber hinaus wird es über die Österreichische Gesundheitskasse bis 2023 300.000 zusätzliche Psychotherapiestunden geben, gab Mückstein bekannt.

Über eine neu geschaffene Onlineplattform - https://www.wohlfuehl-pool.at - soll das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen grundsätzlich unterstützt werden. "Damit werden niederschwellige Unterstützungs- und Beratungsangebote ermöglicht", meinte Mückstein am Freitag. Informations- und Unterstützungsangebote würden über dieses Tool "in einem zeitgemäßen Format gebündelt". Die Angebote sind digital verfügbar und können kostenfrei in Anspruch genommen werden.

Die Online-Plattform wurde im Rahmen des Schwerpunkts "Maßnahmen zur Förderung der psychosozialen Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen" erstellt und wird in Kooperation mit dem Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) umgesetzt. Die Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Eltern sowie Multiplikatoren in ihrem Umfeld.

Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) forderte die Politik zum Tag der psychischen Gesundheit und der Psychotherapie auf, das psychotherapeutische Angebot insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auszubauen und niederschwelligen Zugang zu kassenfinanzierter Psychotherapie zu ermöglichen. Das Schlimmste stehe uns noch bevor. "Die große Welle kommt erst, wenn die existenzielle Bedrohung vorüber ist. Dann löst sich die Schockstarre und die Angst hat sich chronifiziert: An die Stelle der Angst vor Corona tritt die Angst vor der Angst und schließlich vor dem Leben," sagte Psychotherapeutin und ÖBVP-Präsidiumsmitglied Barbara Haid in einer Aussendung.

Die seit Jahren bestehenden Versorgungsmängel in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in manchen Bundesländern verschärfen sich zusehends. "Jugendliche werden nur kurz oder gar nicht aufgenommen, weil die Betten fehlen. Mitunter werden sie an Erwachsenenstationen behandelt - in einem völlig unpassenden Setting und ohne spezialisiertes Fachpersonal", kritisierte Bernhard Rappert vom VertretungsNetz. Er sprach sich dafür aus, die Rechte von Patientinnen und Patienten in der Psychiatrie weiter zu stärken.

Quelle: Agenturen