APA - Austria Presse Agentur

Regierung macht Reiserückkehrer für hohe Infektionszahlen verantwortlich

02. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Menschen, die nach Österreich einreisen müssen ab Mitte Dezember in Quarantäne.

"Das Ziel ist es, dass wir die Ausreise so stark wie möglich beschränken", sagt Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Ab Mitte Dezember gilt deshalb eine zehntägige Quarantänepflicht für Einreisende nach Österreich. Freitesten ist nach fünf Tagen mittels PCR-Test möglich. Damit will die Regierung die Silvesterparty in Prag oder Besuche in den Herkunftsländern von Familien am Balkan mit extrem hohen Ansteckungsniveau verhindern. Für Pendler und Geschäftsreisende gibt es Ausnahmen. 

Virus von Reiserückkehrern "eingeschleppt"

Nehammer sprach davon, dass ein Drittel der Corona-Fälle durch Reiserückkehrer "eingeschleppt" worden sei und erntete Kritik. "Das 'Wiedereinschleppen' des Virus vom Balkan taugt für die Erklärung der Heustadl-Cluster wohl bedingt", schreibt etwa der Journalist Clemens Neuhold auf Twitter.

Mittlerweile sind viele Infektionen nicht mehr nachverfolgbar. PULS 24 Reporter Paul Batruel fragte deshalb, auf welcher Grundlage die Regierung den Zusammenhang zu Reiserückkehreren herstelle. Sebastian Kurz sagte dazu: "Wir waren im Sommer auf einem ganz niedrigen Niveau bei den Infektionszahlen. Die Steigerung ist natürlich auf das Wiedereinschleppen zurückzuführen. Da gibt es unterschiedliche Studien.".

Bis 10. Jänner soll die Einstufung der Risiko-Gebiete auf Basis der 14-Tage-Inzidenz der positiven Corona-Fälle passieren. Alle Länder, die einen Wert höher als 100 verzeichnen, werden als Risiko-Gebiet eingestuft - aktuell gehören alle Nachbarländer Österreichs dazu. Personen, die aus einem Risiko-Gebiet einreisen, müssen zehn Tage in Quarantäne gehen.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / spe