APA - Austria Presse Agentur

Proteste in den USA: Polizei attackiert Demonstranten und Journalisten

31. Mai 2020 · Lesedauer 3 min

Videos zeigen auch eine Gewalteskalation gegenüber Demonstranten und Journalisten.

Der Auslöser der Demonstrationen in den USA ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Polizeikontrolle. Demonstriert wird gegen den strukturellen Rassismus in den Staaten und gegen vornehmlich weißen Polizisten. Die Proteste werden teilweise auch mit Gewalt geführt. Autos und Gebäude brennen, es kommt zu Plünderungen.

Auf Seiten der Polizei werden zudem immer mehr Gewaltausbrüche dokumentiert. Betroffen sind neben Demonstranten auch Journalisten - gegen die US-Präsident Donald Trump seit Jahren aufstachelt. Besonders via Twitter werden Videos der Gewaltaktionen publiziert:

Bei den Protesten gegen Rassismus in Minneapolis sind am Samstagabend zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters durch Gummigeschoße der Polizei verletzt worden. Der Vorfall ereignet sich, als die Polizei kurz nach Inkrafttreten der Ausgangssperre um 20.00 Uhr gegen rund 500 Demonstranten mit Gummigeschoßen und Tränengas vorrückte.

Aufnahmen des Reuters-Kameramannes Julio-Cesar Chavez zeigen, wie ein Polizist direkt auf ihn zielt. "Ein Polizist, den ich gerade filme, dreht sich um, zielt mit seinem Gummigeschoß-Gewehr direkt auf mich", berichtete Chavez. Minuten später wurden Chavez und der Reuters-Sicherheitsberater Rodney Seward von Gummigeschoßen getroffen, als sie bei einer Tankstelle in Deckung gehen wollen.

Auf der Filmaufnahme des Kameramannes, die während der Flucht der beiden weiterlief, sind mehrere Schüsse zu hören. Seward schreit auf: "Ein Gummigeschoß hat mich im Gesicht getroffen." In einer späteren Aufnahme ist Seward zu sehen, wie er von einem Sanitäter an Ort und Stelle behandelt wird. Unter seinem linken Auge klafft eine tiefe Wunde. Chavez wurde im Genick getroffen. Beide Männer haben Verletzungen an den Armen.

Die Reuters-Mitarbeiter waren klar als Pressevertreter zu erkennen. Chavez trug eine Kamera und seinen Presseausweis um den Hals. Seward hatte eine schusssichere Weste an mit der Aufschrift Presse.

Polizei verlangte Kopie der TV-Aufnahme

Ein Sprecher der Polizeidirektion von Minneapolis, der zu dem Vorfall befragt wurde, verlangte eine Kopie der TV-Aufnahme und machte ansonsten zunächst keine Angaben. Das Ereignis ist der bisher letzte Angriff auf Journalisten, die über die Proteste in den USA seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis berichten.

CNN-Journalist festgenommen

Am Freitag wurde ein schwarzer CNN-Journalist vor laufender Kamera festgenommen, als er über die Kundgebungen in der Stadt berichtete.

"Auf mich wird geschossen!"

In einem Video von Wave 3 News , aus Louisville (Kentucky) ist zu sehen, wie eine TV-Reporterin aufschreit: "Auf mich wird geschossen!" Sie wird vor laufender Kamera getroffen, vermutlich von einem Pfefferspraygeschoß. Die Polizei in Louisville bat später um Entschuldigung.

Das Reporter-Komitee für Pressefreiheit hat der New York Times zufolge rund zehn Berichte über ähnliche Vorfälle während Demonstrationen erhalten, sie reichen von Angriffen bis Bedrohungen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe