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Hilfsorganisation "überlastet"

Über drei Millionen Menschen im Iran auf der Flucht

Heute, 16:00 · Lesedauer 1 min

Der Leiter des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Jan Egeland, warnt vor einer dramatischen Verschlechterung der humanitären Lage im Iran.

Schätzungen zufolge seien mehr als drei Millionen Menschen im Land auf der Flucht, sagte Egeland dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera.

Hilfsorganisationen "überlastet, überfordert und unterfinanziert"

Der Bedarf wachse rasant, so der NRC-Generalsekretär. Seine Hilfsorganisation sei "überlastet, überfordert und unterfinanziert". Schiffs- und Flugverkehr seien unterbrochen, sodass lokale und internationale Gruppen Schwierigkeiten hätten, dringend benötigte Hilfsgüter ins Land zu bringen.

"Die Menschen fliehen mit ihren eigenen Autos aus den Großstädten, vor allem aus Teheran, in der Hoffnung, dass kleinere Städte sicher sind, doch viele dieser Orte werden ebenfalls bombardiert", so Egeland.

Je länger der Konflikt andauere, desto stärker würden alle Lebensbereiche beeinträchtigt: öffentliche Dienste brächen zusammen, Versorgungswege würden unterbrochen, Geschäfte schließen oder würden zerstört, und die Hilfsarbeit werde immer schwieriger.

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Zusammenfassung
  • Im Iran sind laut Schätzungen des Norwegischen Flüchtlingsrats aktuell mehr als drei Millionen Menschen auf der Flucht.
  • Hilfsorganisationen wie der NRC sind nach eigenen Angaben "überlastet, überfordert und unterfinanziert", während Schiffs- und Flugverkehr unterbrochen sind und dringend benötigte Hilfsgüter das Land kaum erreichen.
  • Viele Menschen verlassen mit eigenen Autos Großstädte wie Teheran in Richtung kleinere Orte, doch auch diese werden zunehmend bombardiert, wodurch sich die humanitäre Lage weiter verschärft.