Haseln, Birke und Co.
Pollenflug heuer intensiver: Tipps für Allergiker
Die Haseln, insbesondere die Baumhasel, zeigen einen reichlichen Besatz mit Kätzchen und damit Potenzial für intensiveren Pollenflug, so die MedUni Wien. Zudem startet die Haselblüte später als in den vergangenen Jahren, hieß es in einer Aussendung vom Dienstag.
Auch die Birke zeigt demnach ein ähnliches Muster: Die Bäume haben einen zahlreicheren Bestand an männlichen Blühständen als 2025. Pollen von Hasel, Erle und Birke sind kreuzreaktiv aufgrund ihrer Verwandtschaft. Das bedeutet für Betroffene eine möglicherweise intensivere Saison der Frühblüher insgesamt und Vorsicht beim Genuss von potenziellen kreuzreaktiven Lebensmitteln (z.B. Nüsse, Karotte, Apfel).
Allergiker sollten sich jetzt vorbereiten
Die Saison 2026 lässt gemessen an der Blüte der Hasel auf sich warten, bedingt durch den kühleren Winter. Bereits um Weihnachten hat zwar die Purpurerle zu blühen begonnen, aber der Pollenflug ist kaum messbar durch das wenig häufige Auftreten. Andere Erlenarten lassen sich noch Zeit, die Haseln sind davor dran. Allergiker:innen sollten sich jetzt vorbereiten.
"Die Haselpollensaison hat das Potenzial intensiver zu werden, zumindest intensiver als letztes Jahr. In Wien trägt dazu vor allem die Baumhasel bei, die als Stadtbaum eingesetzt wird", berichtete Katharina Bastl vom Pollenservice Wien der MedUni Wien. Bei Sonnenschein und Temperaturen ab fünf Grad muss nun auch im Osten Österreichs mit erstem Pollenflug gerechnet werden.
Video: Längeres Leiden: Pollen-Saison beginnt immer früher
Erlenpollenallergie: Auen und Donaunähe meiden
Die Erlenpollensaison kommt durch die Blüte mehrerer Arten zustande. Zuerst blüht die Purpurerle, gefolgt von der Grau- und der Schwarzerle, die abhängig von der Temperaturentwicklung meist erst ab Februar für Pollenflug sorgen. "Bei einer Erlenpollenallergie sollte man auf Spaziergängen Auen und die Nähe zur Donau meiden", rät Maximilian Bastl vom Pollenservice.
Birkenpollensaison intensiver
Auf die äußerst unterdurchschnittliche Birkenpollensaison 2025 folgt nun die Aussicht auf eine überdurchschnittliche Blüte der Birke in diesem Jahr. Der Besatz mit Kätzchen ist laut MedUni überdurchschnittlich, das Potenzial ist daher gegeben. Wichtig sind aber die Wetterbedingungen während der Blüte - insofern sei es noch fraglich, ob der Birkenpollenflug sein volles Potenzial ausschöpfen kann.
Das Rote Kreuz rät Pollen-Allergiker:innen zu folgenden Tipps:
Tipps für Pollen-Allergiker:innen
- Für Betroffene ist es zuallererst wichtig zu wissen, dass und wogegen sie allergisch sind. Bei Verdacht einer Allergie sollte also ein Arzt aufgesucht werden. Ein Allergietagebuch, in dem die Symptome festgehalten werden, kann helfen, die Allergie zu identifizieren.
- Bei Pollenflug sollten Allergiker:innen sich so wenig wie möglich draußen aufhalten, vor allem in betroffenen Gebieten.
- Sollte man raus gehen, sollte man danach Haare und Gesicht waschen und die Kleider wechseln.
- Zuhause ist es hilfreich, die Fenster geschlossen zu halten oder Pollenschutzgitter anzubringen.
- Für Autos gibt es Pollenfilter, die Abhilfe schaffen.
Diagnostiziert und behandelt werden Allergien in der Regel von Hausärzten, HNO-Ärzten, Lungenärzten oder Allgemeinmedizinern, die sich in Richtung Allergologie qualifiziert haben, betont das Rote Kreuz.
Der Pollenwarndienst informiert tagesaktuell, wo es in Österreich eine Pollenbelastung gibt.
Zusammenfassung
- Nach einem unterdurchschnittlichen Pollenjahr 2025 rechnen Expertinnen und Experten der MedUni Wien für 2026 mit einer intensiveren Pollensaison, insbesondere durch Hasel und Birke.
- Die Birkenpollensaison 2025 war die zweitschlechteste in 50 Jahren, doch 2026 werden sowohl Birke als auch Hasel mit überdurchschnittlich vielen Blütenständen für mehr Pollen sorgen.
- Allergikerinnen und Allergiker sollten sich auf eine stärkere Saison einstellen, da Pollen von Hasel, Erle und Birke kreuzreaktiv sind und bereits bei Temperaturen ab fünf Grad mit erstem Pollenflug im Osten Österreichs zu rechnen ist.
