Missbrauch im Kindergarten: Ludwig will Vertrauen wiederherstellen

24. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) will nach dem Auftauchen eines mutmaßlichen Missbrauchsfalles in einem städtischen Kindergarten eine transparente Aufarbeitung des Falles sowie die Zusammenarbeit mit den ermittelnden Behörden.

Ludwig gab an, dass die Stadt nach dem Bekanntwerden des Falles umgehend eine Kommission einberufen hat, die die Vorfälle überprüfen soll. Zudem wurde in dem betroffenen Kindergarten eine neue Leitung bestellt. Der Bürgermeister betonte aber auch, dass in den städtischen Wiener Kindergärten 8.600 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an 350 Standorten "Tag für Tag ausgezeichnete Arbeit leisten".

Grüne: "gravierende Fehler"

Die Grünen warfen der Stadt vor, viel zu spät informiert zu haben. Es sei lange versucht worden, "den Fall herunterzuspielen und unter den Teppich zu kehren", wie es in einer Aussendung hieß. "Zuallererst geht es um das Kindeswohl. Dann geht es um Information, Unterstützung, Aufklärung. Hier sind offenbar gravierende Fehler passiert beziehungsweise wurden beim Versuch der Vertuschung Eigeninteressen verfolgt", so Klubobmann David Ellensohn.

Sondersitzung am Dienstag

Der mutmaßliche Missbrauchsfall wird nun auch in einer Sondersitzung des zuständigen Gemeinderatsausschusses thematisiert. Kinder- und Jugendstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) hat die Fraktionen zu dieser Sitzung eingeladen, wie sein Büro mitteilte. Das Treffen wird am kommenden Dienstag stattfinden.

 

Neben der unmittelbaren Hilfe für die betroffenen Kinder und Eltern sei die vollständige Information und transparente Aufklärung der Vorgänge besonders wichtig, betonte der Ressortchef. Er versicherte, dass die unabhängige Untersuchung zügig durchgeführt werde. Bei der Sitzung sollen alle Informationen und der weitere Fahrplan in der Causa mit den Fraktionen geteilt werden.

Wiederkehr hat nach Bekanntwerden der Vorfälle - die zum Teil bereits vor einem Jahr stattgefunden haben sollen - eine Kommission einberufen, die die Vorwürfe prüft. Ein Pädagoge wird verdächtigt, sexuelle Übergriffe auf ihm anvertraute Kinder begangen zu haben. Vier Fälle wurden bisher angezeigt. Für Kritik hatte gesorgt, dass Eltern in der betreffenden Einrichtung lange nicht informiert worden waren.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam