Häupl warnt: "Armut in Mittelschicht angekommen"

14. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

1,2 Millionen Kinder in Österreich seien Armutsgefährdet. Dagegen machen Hilfsorganisationen stark, unter ihnen auch Volkshilfepräsident Michael Häupl.

Seit seinem Rückzug aus der Politik ist der Ex-Bürgermeister Präsident der Volkshilfe Wien. Die aktuelle Teuerung würde Familien stark zusetzen, deshalb fordert die Volkshilfe die Einführung einer Kindergrundsicherung und eine Erhöhung der Mietbeihilfe. 

Bei der Krisenbekämpfung der Regierung sieht Häupl erheblichen Verbesserungsbedarf. Die Politik könne die Kinderarmut in Österreich ausrotten - dazu bräuchte es "zielgerichtetere, effizientere und fokussiertere Maßnahmen. "Armut ist eine Schande für ein Land wie Österreich", so Häupl im Interview mit PULS 24 Reporter Paul Batruel. 

Immer mehr Menschen bedürftig

Der Bedarf an Spenden habe sich vervierfacht, so Häupl. Nicht die Hilfsbereitschaft der Menschen würde weniger, sondern die Zahl der Bedürftigen sei stark gestiegen. Aktuell sei die Situation auch durch den Anstieg der Energiepreise und die Inflation schlimmer geworden. Die Armut sei "keine Angst der Mittelschicht, sondern längst angekommen". 

Der 10-jährige Max erzählt gegenüber PULS 24, wie es ist, als Kind arm zu sein.

Jeder 6. hat Probleme, Fixkosten zu decken

Die Teuerung hat inzwischen bei den Haushalten voll eingeschlagen. Jeder sechste muss einen Kredit oder den Überziehungsrahmen zur Deckung seiner Fixkosten nutzen. Jeder neunte Haushalt kann seine Fixkosten aktuell gar nicht decken. Gleichzeitig sind die Hoffnungen auf hohe Lohnabschlüsse in der Herbstlohnrunde gering, während die Einkommensverluste aus den Corona-Lockdowns nachwirken, so das Ergebnis einer Umfrage der Onlineplattform durchblicker.at.

"Haben im April acht von zehn Haushalten angegeben, dass sie die Teuerung bereits spüren, sind es mittlerweile mehr als 90 Prozent", so die Preisvergleichsplattform zur APA. Befragt wurden 1.700 Personen Ende August/Anfang September. Die meisten Sorgen würden sich die Burgenländer machen, noch am entspanntesten seien die Vorarlberger.

Franziska SchwarzQuelle: Agenturen / Redaktion / frn