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LKW krachte in Grillfest: Sechs Tote bei Rotterdam

27. Aug. 2022 · Lesedauer 4 min

Bei der Unfallfahrt eines Lastzugs mitten in ein Nachbarschaftsfest bei Rotterdam sind sechs Menschen in den Tod gerissen worden, sieben wurden verletzt, einer davon lebensgefährlich, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Ein spanischer Lastwagen war am Samstagabend in der kleinen Ortschaft Nieuw-Beijerland an einer Kreuzung von der auf einem Deich verlaufenden Straße abgekommen und mitten in das weiter unten laufende Grillfest gefahren.

Polizei ermittelt

Der tonnenschwere Lkw walzte binnen Sekunden alles nieder. Augenzeugen sprachen von großem Chaos und einem Bild der Verwüstung. Der 46 Jahre alte spanische LKW-Fahrer wurde festgenommen. Gegen ihn werde wegen des Verursachens eines tödlichen Unfalls ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin. Was seine Rolle bei dem Unfall war, werde untersucht. Der Mann, der unverletzt blieb, habe keinen Alkohol getrunken gehabt. Der Lkw habe an der Kreuzung zunächst angehalten und sei beim Wiederanfahren aus noch unbekannter Ursache von der schmalen Straße geraten. Der Lastzug wurde beschlagnahmt.

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Zeugen werden betreut

Rund 100 Menschen hätten sich für das von einem Verein organisierte Fest angemeldet gehabt, sagte ein Anrainer dem Sender Omroep Rijnmond. Eine Nachbarin sprach von komplettem Chaos. Alle seien in Panik gewesen. Jeder habe helfen wollen. "Aber es gab fürchterlich viele Verletzte." Campingtische und Sitzbänke flogen zur Seite und der Grill kippte um. Die Helfer rückten mit einem Großaufgebot an. Zehn Krankenwagen und ein Hubschrauber waren im Einsatz.

"Sie können sich vorstellen, was das für ein Schlag ist: Während eines Nachbarschaftsfests fährt ein LKW in diese Menschengruppe, der Schock ist enorm", sagte eine Polizeisprecherin dem Sender Omroep Rijnmond. Die Gemeinde kümmere sich um die Betreuung der zahlreichen Zeugen des schrecklichen Geschehens. Eine Spezialfirma sei mit der Bergung des Lastzugs beauftragt worden. Erst danach könnten Experten darunter liegende Toten bergen.

"Noch keine komplette Übersicht"

"Das ist hier in Nieuw-Bejerland eine sehr enge Dorfgemeinschaft", sagte Bürgermeister Charlie Aptroot dem Sender NOS. Für die Einwohner sei das Unglück ein fürchterlicher Schlag. "Die Menschen wollen wissen, wie es ihren Angehörigen oder guten Freunden geht. Aber es gibt noch keine komplette Übersicht", meinte er am späten Abend.

In der Nacht hatte zunächst eine Spezialfirma mit einem Kran den schweren Lastzug wieder auf die Straße gehievt. Dann machten sich Experten an die Bergung und Identifizierung der unter dem Fahrzeug liegenden Toten.

Königspaar zeigt sich bewegt

"Schreckliche Nachrichten über das Unglück in Nieuw-Beijerland", schrieb der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte auf Twitter "Meine Gedanken sind bei den Opfern dieses schrecklichen Dramas und ihren Angehörigen."

Auch König Willem-Alexander und Königin Máxima zeigten sich bewegt. "Wir sind geschockt und getroffen durch das fürchterliche Unglück in Nieuw-Beijerland gestern Abend, bei dem es so viele Opfer gegeben hat." Für die enge Dorfgemeinschaft sei dies unvorstellbar traurig.

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Bericht: LKW wollte Lieferwagen ausweichen

Der spanischen Zeitung "La Verdad" zufolge erklärte die spanische Spedition, der Fahrer des Lastwagens sei von der Straße abgekommen, als er versuchte, einem Lieferwagen auszuweichen. Dabei sei er mit seinem Fahrzeug eine Böschung hinunter und auf die Menschen gestürzt, die gerade ein Grillfest veranstalteten. Das Fuhrunternehmen stehe mit den niederländischen Behörden in Kontakt, um bei der Klärung der Unfallursache zu helfen, berichtete die Zeitung am Sonntag weiter.

Rolle von Lieferwagen unklar

Ob ein Lieferwagen in den Unfall verwickelt war, konnte die Polizeisprecherin noch nicht sagen. Am Unfallabend war allerdings nach einem weißen Lieferwagen gefahndet worden, der auf der Kreuzung gestanden haben soll. Der Fahrer meldete sich später bei den Behörden. Zur Ursache des Unglücks laufen Ermittlungen. Wie die Polizei am Sonntag betonte, seien noch alle Szenarien hinsichtlich des Unfallhergangs offen.

 

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp