Segenreich: Kein Gegenschlag von Israel "heute oder morgen"

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Nahostexperte Ben Segenreich ortet bei den iranischen Mullahs keine "wahnsinnige Begeisterung" über den Angriff. Auch in Israel würde man sich mit einem Gegenschlag "keineswegs beeilen". 

In der Nacht auf Sonntag griff der Iran Israel mit hunderten Raketen und Drohnen an. Nahost-Korrespondent und -Experte Ben Segenreich erlebte den Angriff in Tel Aviv live mit. 

In Israel habe man einen "Vergeltungsschlag" vom Iran erwartet, sagt Segenreich. Als vom Zivilschutz dann allerdings die Meldung kam, dass der Iran "Dutzende, wenn nicht Hunderte Drohnen" und Marschflugkörper Richtung Israel abgeschossen habe und auch von ballistischen Raketen gesprochen wurde, änderte sich die Stimmung. Viele hätten eine schlaflose Nacht verbracht

Eine Koalition aus US- und britischer Luftwaffe, in Verbindung mit Jordanien hätten viele der Flugkörper schon abgeschossen, bevor sie israelisches Gebiet erreichten. In Israel sei der Schaden "vernachlässigbar". 

Keine "wahnsinnige Begeisterung" bei Mullahs

"Wir haben das Gefühl, vom Iran her sind sie zufrieden. Die mussten irgendwas unternehmen." Innerhalb des Irans sei der Druck hoch gewesen, nachdem hohe iranische Offiziere und Funktionäre von Israel getötet worden waren. "Man hatte nicht das Gefühl, dass das Mullah-Regime das mit wahnsinniger Begeisterung tut, sondern eher unter Zugzwang stand." Man erwarte in Israel nicht, dass der Iran nachlegt.

Israel: Keine Eile bei Gegenschlag

Allerdings sei jetzt die Frage, wie Israel reagiert und woran man den Angriff des Irans misst.  Immerhin war es der erste Angriff des Irans auf den Staat Israel. Aber auch da habe man das Gefühl, dass sich Israel bei einem Gegenschlag "keineswegs beeilen" würde. 

Den Amerikanern könne man sehr dankbar sein, denn die würden versuchen abzuwiegeln und den Israelis sagen "das reicht jetzt". Segenreich erwartet keinen israelischen Gegenschlag "heute oder morgen oder in den nächsten Tagen, aber vielleicht irgendwann wieder etwas Punktuelles". 

ribbon Zusammenfassung
  • Nahostexperte Ben Segenreich ortet bei den iranischen Mullahs keine "wahnsinnige Begeisterung" über den Angriff auf Israel.
  • Das Regime sei unter Zugzwang gestanden, nachdem mehrere hohe Funktionäre umgebracht wurden.
  • Auch in Israel würde man sich mit einem Gegenschlag "keineswegs beeilen", glaubt Segenreich.
  • Den Amerikanern könne man sehr dankbar sein, denn die würden versuchen abzuwiegeln und den Israelis sagen "das reicht jetzt".
  • Segenreich erwartet keinen israelischen Gegenschlag "heute oder morgen oder in den nächsten Tagen, aber vielleicht irgendwann wieder etwas Punktuelles".