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Kroatischer Bürgermeister: Dienst-Kreditkarte für Bordell-Besuch

14. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Ein Kärnten-Besuch des kroatischen Politikers Toni Turčinov im April 2019 schlägt in kroatischen Medien hohe Wellen.

Das Investigativportal "Telegram" berichtete am Mittwoch, dass der Bürgermeister der dalmatischen Gemeinde Murter-Kornati in einem Klagenfurter Bordell etwa 1500 Euro ausgegeben haben soll. Er habe die Rechnung mit seiner Dienst-Kreditkarte bezahlt, so der Vorwurf.

Bürgermeister sieht Versehen 

Der Bürgermeister soll von einem Versehen gesprochen haben, als "Telegram" ihn damit konfrontierte. "Ich habe die Karten verwechselt und die Rechnung mit der geschäftlichen statt der privaten bezahlt", wird Turčinov zitiert. Zudem soll er behauptet haben, seinen Fehler bereits bemerkt und zum Ausgleich Unterkunftskosten in derselben Höhe für eine Geschäftsreise nach Klagenfurt aus eigener Tasche gezahlt zu haben. Als Beweis habe er "Telegram" die Rechnung des Hotels geschickt, in dem zwölf Personen der Gemeindedelegation untergebracht gewesen sein sollen, so das Portal. Jedoch sei unklar, um welche Personen es sich dabei gehandelt haben soll, warum sie dort waren und ob die Rechnung wirklich aus der privaten Tasche Turčinovs beglichen wurde.

Rücktritt 

Wenige Stunden, nachdem die Vorwürfe öffentlich wurden, soll der Bürgermeister zudem von seinem Amt als Ratsmitglied der Gespanschaft Šibenik-Knin zuückgetreten sein. In Murter-Kornati wolle er weiter regieren, so "Telegram". Das Portal veröffentlichte aber am Donnerstag neue, unangenehme Vorwürfe gegen Turčinov. "Telegram" habe durch einen Anruf bei dem besagten Hotel in Kärnten erfahren, dass die angebliche Hotelrechnung gefälscht sein könnte. Die Journalisten hätten mit einem Hotelmitarbeiter telefoniert und baten ihn, die Echtheit der Rechnung zu bestätigen. Dieser soll jedoch gesagt haben, dass die Rechnungen des Hotels anders aussehen

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj