Ballermann-Hit "Layla" sorgt für Zensurdebatte

14. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Um den Ballermann-Hit "Layla" von DJ Robin und Schürze tobt in Deutschland derzeit eine heftige Debatte. Auslöser war das Verbot des angeblich sexistischen und diskriminierenden Liedes auf mehreren deutschen Volksfesten.

Der Name Layla ist derzeit in aller Munde, allerdings nicht wegen des gleichnamigen Liedes von Gitarristen und Sänger Eric Clapton aus den 1970er Jahren. DJ Robin und Schürze bekommen derzeit mit ihrem Partysong "Layla" viel Aufmerksamkeit. 

Das Lied, das derzeit auf Platz eins der deutschen Charts steht und auch in Österreich im Radio rauf und runter gespielt wird, sorgt wegen folgender Textzeilen für Aufregung: "Ich hab' 'nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler (...) Die schöne Layla, die geile Layla. Das Luder Layla, unsre Layla (...)." In den Städten Würzburg und Düsseldorf wird das Lied auf Volksfesten wegen des sexistisch empfundenen Textes nicht mehr gespielt. 

Ist Spielverbot Zensur?

Bereits 2021 hatte das Kiliani-Volksfest mit der Stadt Würzburg vereinbart keine Lieder zu spielen, die rassistische oder sexistische Inhalte besitzen, darunter zählt zum Beispiel auch das "Donaulied", in dem es um Vergewaltigung geht. Zu Wochenbeginn hat der Veranstalter der riesigen Düsseldorfer Kirmes sich ebenfalls dazu entschieden das Lied nicht zu spielen: "Ich bin der Meinung, dass dieses Lied überall hingehört - nur nicht auf unseren Festplatz", sagte Schützen-Chef Lothar Inden vom Schützenverein St. Sebastianus.  

Auch in Österreich haben erste Lokale angekündigt, den Ballermann-Hit nicht zu spielen, wie etwa der Wiener Szenewirt Mario Obermaier zur "Heute" sagte. 

Vor allem auf sozialen Netzwerken wird darüber gestritten, ob das Verbot gerechtfertigt oder überhaupt zulässig ist. Während die einen in dem Lied einen Fall von Sexismus und Diskriminierung sehen, verstehen andere die Aufregung nicht und sehen den Song von der Kunstfreiheit gedeckt. Sogar der deutsche Justizminister Marco Buschmann (FPD) hat sich zu der Debatte auf Twitter geäußert und das Spielverbot kritisiert.

Das sagen die Ballermann-Stars

Die Urheber des Liedes DJ Robin und Schürze, die mit bürgerlichen Namen Robin Leutner und Michael Müller heißen, verstehen die Kritik nicht. Die beiden empfinden die Entscheidung des Düsseldorfers Veranstalter als übertrieben und sagen, wenn ihr Lied sexistisch sei, müsste "in Zukunft die Hälfte der Lieder gestrichen werden", sagten sie der "Bild"-Zeitung. DJ Robin weist die Kritik am Text klar zurück: "Es geht bei dem Song nicht um eine Prostituierte, es geht um eine Puffmutter. Die passt auf die Prostituierten auf und leitet den Puff. Daher kommt in dem Lied kein Sexismus vor."

Der Produzent des Liedes Matthias Diestel aka Ikke Hüftgold gab sich ironisch: Er hoffe, dass sich das von Annalena Baerbock geführte Außenministerium noch einschalte: "Denn es sieht so aus, als würde 'Layla' international Thema sein – eine weltweite Debatte. Wir sind für jeden Staatsempfang bereit, auch gern bei Herrn Biden."

Ballermann-Urgestein Mickie Krause erkannte in dem Lied seinen eigenen Werdegang wider: "Alles, was verboten wird, wird ja irgendwann interessant. So war es auch bei den 'Zehn nackten Frisösen' 1999. Die Friseur-Innung Hamburg wollte den Titel verbieten lassen und ich stand groß in der Bild-Zeitung. Genau aufgrund dieser Titelzeile bin ich um 20 Plätze in den Charts gestiegen." Die Vorgehensweise von "Layla" selbst finde er jedoch überzogen. 

Die Debatte wird der Reichweite des Liedes auf jeden Fall nicht schaden. 

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz