APA/APA/THEMENBILD/GERT EGGENBERGER

Klagenfurter Gmeiner-Straße im dritten Anlauf umbenannt

Heute, 12:05 · Lesedauer 1 min

Der Klagenfurter Gemeinderat hat am Dienstagabend im dritten Anlauf eine Umbenennung der nach dem verstorbenen SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner benannten Straße - wegen schwerer Vorwürfen gegen diesen - beschlossen. In Zukunft soll die Straße Anna-Gröger-Straße heißen. Gröger (1867-1961) war eine sozialdemokratische Politikerin und Aktivistin. Der Beschluss im Gemeinderat erfolgte einstimmig. Zuvor war eine Umbenennung zwei Mal gescheitert.

Es hatte sich im Gemeinderat nämlich keine Mehrheit für den zunächst vorgeschlagenen Namensgeber, Architekt, Stadt- und Raumplaner Rudolf Wurzer, gefunden. Wurzer wurden Kontakte zum Nationalsozialismus nachgesagt, auch wenn eine Prüfung durch das Kärntner Landesarchiv und das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes keine Hinweise ergab, die gegen ihn sprechen würden. Außerdem wollten einige, wenn sich schon die Gelegenheit biete, nicht erneut eine Straße nach einem Mann benennen, sondern nach einer der vielen verdienstvollen Frauen aus Klagenfurt und Kärnten.

Zusammenfassung
  • Der Klagenfurter Gemeinderat hat am Dienstagabend im dritten Anlauf einstimmig beschlossen, die bisher nach dem SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner benannte Straße umzubenennen.
  • Die Straße wird künftig Anna-Gröger-Straße heißen, zu Ehren der sozialdemokratischen Politikerin und Aktivistin, die von 1867 bis 1961 lebte.
  • Zuvor waren zwei Anläufe zur Umbenennung gescheitert, unter anderem weil der vorgeschlagene Namensgeber Rudolf Wurzer wegen angeblicher NS-Kontakte umstritten war, obwohl keine belastenden Hinweise gefunden wurden.