Zusätzliche Tests zur Förderung von Risikoschülern

01. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Ab dem Frühjahr 2023 sollen Lehrer an Volksschulen, Mittelschulen und AHS-Unterstufen durch zusätzliche Diagnosetools noch genauer nachschauen können, mit welchen Themen Risikoschüler Probleme haben oder wo genau die Stärken besonders guter Schüler liegen. Ab Herbst 2023 können Lehrer außerdem freiwillig Einschätzungsbögen einsetzen, um die "überfachlichen Kompetenzen" ihrer Schüler zu bewerten. Ab 2025/26 soll der Einsatz verpflichtend werden.

Zuletzt wurde eine Ausweitung der Kompetenzerhebungen an Schulen beschlossen. Bei der sogenannten individuellen Kompetenzmessung PLUS (iKM PLUS) werden verpflichtend jährlich alle Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse Volksschule in Deutsch/Lesen und Mathematik getestet, jene der 3. und 4. Klasse Mittelschule/AHS in Deutsch (Lesen), Englisch (Rezeptive Fertigkeiten) und Mathematik. Geprüft wird dabei, wieweit die seit 2009 zusätzlich zum Lehrplan geltenden Bildungsstandards jeweils erreicht werden.

Die Testresultate haben keinen Einfluss auf die Noten, sondern sollen für die jeweiligen Lehrerinnen und Lehrer Grundlage für individuelle Fördermaßnahmen sein und dabei helfen, Lernfortschritte zu beobachten. Alle drei Jahre gibt es außerdem vertiefende sogenannte Zyklusmodule (z.B. Textverfassen).

Im Rahmen der iKM PLUS gibt es außerdem jährlich automatisierte Auswertungen über die Ergebnisse der Schüler, Klassen und Schulen. Ab 2025/26 erscheinen dann alle drei Jahre Berichte, für die Ergebnisse der Regionen, der Bundesländer und des Bundes analysiert und aufbereitet werden. Sie sollen dann für die regionale Bildungsplanung und Qualitätsmanagement genutzt werden können. Wie die Ergebnisberichte zu den früheren Bildungsstandard-Testungen ermöglichen die Berichte dann einen Gesamtblick auf das Schulsystem.

Zusätzlich zu den iKM-PLUS-Basismodulen (Deutsch und Mathematik, in der Mittelschule/AHS-Unterstufe auch Englisch) bietet das zuständige Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen (IQS) künftig auch sogenannte "Fokusmodule" an. Diese gibt es in zwei Schwierigkeitsstufen (leicht/schwierig) und Lehrer können damit freiwillig vertiefend anschauen, wo ein Schüler konkret besondere Schwächen oder Stärken hat. Ausnahme: Für Schüler, die bei den iKM PLUS in Deutsch (Lesen) die Bildungsstandards nicht erreichen, sind die Fokusmodule in der Schwierigkeitsstufe "leicht" verpflichtend. Verankert werden auch sogenannte Bonusmodule, die bereits in der früheren iKM angeboten wurden und mit denen die Lehrer zusätzliche Bereiche wie das Sprachverständnis oder (in der 7./8. Schulstufe) die Kompetenzen in Biologie und Physik abfragen können.

Für die Lehrer gibt es vom IQS, der Nachfolgeorganisation des Bundesinstituts BIFIE, Hilfestellungen für die Interpretation der Testergebnisse sowie diverse Materialien und Anregungen, um auf den konkreten Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Zusätzlich sollen die Ergebnisse genutzt werden, um den Unterricht besser an die Bedürfnisse der Klasse anzupassen.

Aktuell in der Pilotphase befinden sich außerdem die sogenannten "Einschätzungsbögen" für "überfachliche Kompetenzen", die vom Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) in Hamburg entwickelt wurden. Die Vermittlung von überfachlichen Kompetenzen ist in den neuen Lehrplänen vorgeschrieben. Ab dem Schuljahr 2023/24 können Lehrer mit dem neuen Tool freiwillig analysieren, wie es um Aspekte wie Lernmotivation, Problemlösungsfähigkeit oder Selbstreflexion ihrer Schülerinnen und Schüler steht. Ab 2025/26 soll der Einschätzungsbogen dann verpflichtend von den Lehrern auszufüllen sein. Ziel ist auch hier, die Schüler zielgerichteter fördern zu können.

Quelle: Agenturen