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Kinderporno-Urteil und Fetisch-Teddys: Kardashian von Balenciaga "angewidert"

29. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Teddybären im Fetischlook, kleine Kinder, dazwischen Gerichtsunterlagen zu Kinderpornografie - so inszenierte die Modemarke Balenciaga ihre neueste Werbekampagne. Auf Twitter wird zum Boykott aufgerufen, Balenciaga zeigt auf seinen Social-Media-Kanälen nur noch eine Entschuldigung - und klagt "Dienstleister", die schuld sein sollen.

Ein kleines Mädchen steht mit gespreizten Beinen und leicht geöffnetem Mund auf einer Couch, in der Hand hat sie einen lila Teddy mit einem Ledergeschirr, ein kleines rothaariges Mädchen steht auf einem Bett, vor ihr, ihr weißer Teddy trägt Lederfesseln und ein Nietenhalsband und auf einem Schreibtisch mit Balenciaga-Handtasche kann man ein Höchstgerichtsurteil zu Kinderpornografie sehen. 

Mit diesen Sujets bewarb die Luxusmarke Balenciaga bis vor Kurzem die neuen Kollektion zu der auch Teddybärtaschen im Fetischlook gehören. 

Die Werbekampagne löste auf Social Media eine Protestwelle aus - auf Twitter nannten Userinnen und User die Werbung am Dienstag furchtbar und riefen zum Boykott der Marke auf.

Kim Kardashian "angewidert"

Reality-Star Kim Kardashian hatte am Montag geschrieben, sie sei von den Kampagnen angewidert und entsetzt gewesen. "Als Mutter von vier Kindern haben mich die verstörenden Bilder erschüttert." Jeglicher Versuch, Kindesmissbrauch zu normalisieren, habe keinen Platz in der Gesellschaft.

"Nie unsere Absicht ..."

Das Modehaus des französischen Konzerns Kering löschte auf Social Media alle bisherigen Einträge, entschuldigte sich und räumte eine Reihe schwerer Fehler in den Kampagnen ein. "Wir verurteilen Kindesmissbrauch. Es war nie unsere Absicht, es in unser Narrativ einzubinden." Die Teddybärtaschen mit Ledergeschirr hätten nicht mit Kindern gezeigt werden sollen. Balenciaga trage die Verantwortung dafür, die Kampagne wurde von allen Plattformen genommen.

"Dienstleister" schuld? Balenciaga klagt

Von dem Luxuslabel hieß es zudem, in der Werbekampagne für das Frühjahr hätten Dienstleister anders als vereinbart als Requisiten nicht nachgeahmte Bürounterlagen, sondern echte Gerichtsdokumente zur Verfügung gestellt. Dass diese nicht genehmigten Dokumente dabei waren, sei das Resultat von Fahrlässigkeit gewesen. Balenciaga vermutet, dass die echten Dokumente vom Dreh eines TV-Dramas stammen. Das Modehaus habe eine Klage eingereicht. Interne und externe Untersuchungen liefen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam