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Jahresbilanz zeigt Folgen des Klimakrise für das Wasser

24. Jan. 2026 · Lesedauer 2 min

Überdurchschnittliche Lufttemperaturen, unterdurchschnittliche Niederschläge und eine geringe Schneespeicherung sind die vom Klimawandel forcierten Zutaten, die im Vorjahr dazu geführt haben, dass Fließgewässerabflüsse sowie Grundwasserstände über weite Teile unter dem langjährigen Mittel gelegen sind. Das geht aus der "Jahresbilanz zum Wasserhaushalt 2025" hervor. Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) sah Österreich infolge "mit einem deutlichen Wandel" konfrontiert.

Einzelne niederschlagsreichere Phasen führten regional zwar zu kurzfristigen Entlastungen, konnten die über das Jahr aufgebauten Defizite jedoch nicht nachhaltig ausgleichen, lautete das Resümee in dem am Samstag publizierten Bericht. Der Dezember 2025, dessen Bilanz ebenfalls veröffentlicht wurde, bestätigte dieses Gesamtbild. Hydrologisch hervorzuheben war zudem, "dass das Jahr 2025 außergewöhnlich arm an Hochwasserereignissen war", hieß es in dem Bericht. "Entscheidend ist, dass wir in Österreich mit unserem flächendeckenden hydrographischen Messnetz gut aufgestellt sind: Die kontinuierlichen Beobachtungen liefern eine solide Grundlage, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und faktenbasiert zu handeln", hob der Wasserminister hervor.

Die Niederschlagssumme lag österreichweit rund 14 Prozent unter dem langjährigen Mittel, wobei sich deutliche regionale Unterschiede zeigten. Charakteristisch war eine ungleiche zeitliche Verteilung mit längeren Trockenphasen und einzelnen niederschlagsreichen Perioden. An den Oberflächengewässern wiesen im Jahresmittel rund 55 Prozent der Messstellen niedrige oder sehr niedrige Abflüsse auf. Die Grundwasserstände lagen an etwa der Hälfte der Messstellen über weite Teile des Jahres auf niedrigem oder sehr niedrigem Niveau und zeigten nur lokal und kurzfristig Reaktionen auf Niederschlagsereignisse.

Das Jahr 2025 weist mehrere Merkmale auf, die mit langfristigen klimatischen Entwicklungen in Österreich vereinbar sind. Entwicklungen wie steigende Lufttemperaturen oder "eine zunehmend ausgeprägte zeitliche Struktur der Niederschläge" würden unterstreichen, dass nicht allein der jährliche Niederschlag mehr von Bedeutung ist.

"Um die Auswirkungen auf den österreichischen Wasserkreislauf frühzeitig zu erkennen, untersuchen wir im Rahmen der laufenden Studie 'Wasser im Klimawandel' bis Ende 2026, welchen Einfluss der Klimawandel auf Hochwasser, Starkregen, Niedrigwasser, Grundwasser und Schnee hat. Diese Erkenntnisse werden wesentlich dazu beitragen, unsere wasserwirtschaftlichen Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und die Wasserressourcen Österreichs langfristig zu sichern", kündigte Umwelt- und Wasserminister Totschnig abschließend an.

(S E R V I C E - Jahresübersicht zum Wasserhaushalt Österreichs 2025 online unter: https://go.apa.at/Y9DkraLI)

Zusammenfassung
  • Die Jahresbilanz 2025 zeigt, dass die Niederschlagssumme in Österreich rund 14 Prozent unter dem langjährigen Mittel lag und sich deutliche regionale Unterschiede zeigten.
  • Rund 55 Prozent der Messstellen an Oberflächengewässern wiesen niedrige oder sehr niedrige Abflüsse auf, während etwa die Hälfte der Grundwassermessstellen über weite Teile des Jahres auf niedrigem Niveau blieb.
  • Das Jahr war außergewöhnlich arm an Hochwasserereignissen, und Umweltminister Totschnig betonte die Bedeutung des flächendeckenden Messnetzes sowie laufender Studien zum Einfluss des Klimawandels auf die Wasserressourcen.