Hollenstein: 3G im Handel "sicher ausreichend", Sperrstunde muss bleiben

27. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

"Wir haben den Höhepunkt noch nicht erreicht", warnt Infektiologin Ursula Hollenstein im PULS 24 Interview. Darum sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für Lockerungen. Besonders eine Verschiebung der Sperrstunde hielte sie für die falsche Maßnahme.

Die Neuinfektionen - zuletzt waren es am Donnerstag 43.053 inklusive Nachmeldungen - werden auch weiterhin ansteigen, meint Infektiologin Ursula Hollenstein im PULS 24 Interview. Der Höhepunkt der Omikron-Welle stehe erst noch bevor.

"Wir müssen bedenken, was das bedeutet: Nämlich, dass sehr viele infizierte und damit infektiöse Menschen unterwegs sind", betont sie. Es sei daher "nicht der richtige Zeitpunkt, alles wieder aufzumachen", warnt Hollenstein wie vor ihr bereits andere Experten.

3G-Regel im Handel ausreichend, aber Sperrstunde soll bleiben

Bei der Frage, welche Maßnahmen zuerst gelockert werden könne - 2G-Regel oder Sperrstunde - meint Hollenstein vorsichtig, eine 3G-Regel im Handel wäre infektiologisch wohl auch ausreichend, sofern diese konsequent kontrolliert werde. Ob das die Menschen allerdings wieder häufiger in den Handel lockt, ließ sie allerdings dahingestellt.

Die Sperrstunde solle man auf dem aktuellen Höhepunkt der Welle aber unbedingt beibehalten, warnt Hollenstein. "Das ist einfach eine vollkommen andere Situation: Sie sitzen dort ohne Maske, Sie sitzen lang, Sie sprechen, je länger der Abend dauert, umso lauter", erklärt sie.

Fidler für Lockerung

Public-Health-Experte Armin Fidler schätzte dies am Mittwoch im PULS 24 Interview noch umgekehrt ein: Solange alle geimpft seien, könne man auch länger beisammen sitzen, meinte er. Dafür plädierte er für 2G und Maskenpflicht in allen Situationen wo viele Menschen zusammentreffen.

Omikron zwar milder, aber viele Unklarheiten bei Spätfolgen

Die Omikron-Variante sei zwar milder, so dass um ein Drittel weniger Infizierte im Spital behandelt werden müssen, jedoch bestehe die Gefahr, dass dies durch zum Teil fünfmal so hohe Infektionszahlen wieder ausgeglichen werde, warnt Hollenstein. "Es ist deshalb schon wichtig, dass die Zahlen nicht absolut in die Höhe schießen", sagt sie.

Die Langzeitfolgen der Omikron-Variante in Form von Long-Covid seien außerdem ebenfalls noch ungewiss, dazu fehlten noch die Daten. Man wisse aber, dass Long-Covid bei Geimpften seltener vorkommt.

Ob die Immunität in der Gesamtbevölkerung nach der Omikron-Welle wirklich so hoch sein wird, dass die Pandemie vielleicht sogar endet, darauf müsse man natürlich hoffen. Genau könne man das aber nicht sagen.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos