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Hohe Todesrate in der Schweiz, bald Eislaufbahn als Leichenhalle

18. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

Die Schweiz verzeichnet innerhalb von 24 Stunden 84 Corona-Todesfälle. Die Todesrate bei den über 65-Jährigen hat sich vor kurzem verdoppelt. Bestatter sind zum Teil schon überlastet.

Auch unser westlicher Nachbar, die Schweiz, wird derzeit von der zweiten Welle hart getroffen. Am Mittwoch wurden 6.114 Neuinfektionen und 84 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet, bei einer Bevölkerung von rund 8,6 Millionen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Eidgenossenschaft allerdings bereits 3.385 Todesfälle gemeldet, weit mehr als in Österreich, wo es bislang 2.054 Todesfälle gab. Laut der "NZZ" ist die Sterberate derzeit sogar höher als bei der ersten Welle.

Besonders schlimm steht es derzeit im Westen des Landes. In Westschweizer Kantonen haben sich die Corona-Sterbe-Zahlen bei den Senioren über 65 teilweise verdoppelt. In Genf und Freiburg kommen die Städte mit dem Bestatten kaum mehr nach, berichtet der Schweizer Rundfunk SRF.

Doppelt so viele Einäscherungen, Eislaufbahn als Leichenhalle

In den westlichen Kantonen Genf und Freiburg kommen die Städte mit dem Bestatten demnach kaum mehr nach. Allein im November würden etwa in einem Genfer Bestattungszentrum 500 Einäscherungen vorgenommen, das sei das Doppelte eines normalen Jahres, heißt es in dem Bericht. Nicht weniger dramatisch zeigt sich die Lage in Freiburg. Dort warnt ein Bestatter: "Normalerweise organisieren wir 200 Beerdigungen pro Jahr. Doch wenn die Sterberate weiter so hoch bleibt, dann wären es innerhalb eines Jahres 800. Das muss wirklich ein Ende haben. So können wir nicht weiterarbeiten."

Sollte die Kapazität nicht mehr ausreichen, könnte der Kanton Freiburg als letztes Mittel eine der Eislaufbahnen in Saint-Léonard als Leichenhalle für die Lagerung der Särge nutzen. Diese Notsituation dürfte allerdings beileibe keine Ausnahme sein: Ähnliche Pläne gibt es auch in den Kantonen Wallis, in Neuenburg und in Genf.

Quelle: Redaktion / hos