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Fukushima-Betreiber will Wasser durch Tunnel ablassen

25. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Die Betreiberfirma des havarierten Atomkraftwerks Fukushima will mehr als eine Million Tonnen aufbereitetes Abwasser durch eine unterirdische Leitung ins Meer entsorgen. Die ein Kilometer lange Leitung soll unter dem Meeresgrund gebaut werden, wie Tepco am Mittwoch mitteilte. Die Regierung in Tokio hatte im April entschieden, das Wasser innerhalb von zwei Jahren abzulassen. Anrainerstaaten und Fischereiverbände protestieren gegen die Pläne.

Tepco will nach eigenen Angaben bis März kommenden Jahres mit dem Bau beginnen. Zuvor sollen Machbarkeitsstudien und die Genehmigung der Regierung abgewartet werden. Die Regierung argumentiert, das Ablassen des Wassers in den Pazifik sei sicher, da so gut wie alle radioaktiven Elemente herausgefiltert worden seien. Fischer in der Region fürchten hingegen, dass sie ihren Fang nach Inbetriebnahme des Abwassertunnels nicht mehr oder nur noch zu schlechten Preisen loswerden.

Über den Tunnel sollen 1,27 Millionen Tonnen aufbereitetes Wasser in den Pazifik gepumpt werden. Dazu gehört Wasser, das nach dem Atomunfall zum Kühlen der Atomanlage benötigt wurde, aber auch Regen- und Grundwasser von dem radioaktiv verseuchten Gelände. Aktuell wird das Wasser auf dem Gelände der Atomanlage von Fukushima in mehr als tausend Tanks gelagert. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco sind die Lagerkapazitäten ab Herbst 2022 ausgeschöpft.

Der Beauftragte für den Rückbau des Atomkraftwerks, Akira Ono, erklärte, das Ablassen durch einen Tunnel werde dazu führen, dass das Wasser nicht Richtung Land zurückgespült werde. Tepco verpflichtete sich, gegebenenfalls Entschädigungen zu zahlen. Auch zu einer Überprüfung der Anlage durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat das Unternehmen sich bereit erklärt.

Das am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima war kurz nach einem schweren Erdbeben am 11. März 2011 von einer fast 15 Meter hohen Tsunami-Wasserwand getroffen worden. Das Kühlsystem des Kraftwerks fiel aus, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Die Katastrophe verwandelte umliegende Orte in Geisterstädte. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986.

Quelle: Agenturen