APA - Austria Presse Agentur

Fall Leonie: Spuren von drei Verdächtigen am Körper gefunden

02. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Leonie soll laut einem Gutachten der Gerichtsmedizin nach Einnahme von Ecstacy erstickt sein. Der Bericht belastet drei der vier Verdächtigen.

Leonie war 13 als sie im Juni tot in Wien auf einem Grünstreifen aufgefunden wurde. Nun liegt laut "Kurier" das DNA-Gutachten vor. Einen ähnlichen Bericht der "Heute" bestätigten die Rechtsvertreter der Angehörigen des Mädchens, Florian Höllwarth und Johannes Öhlböck, am Dienstag der APA.

Die toxikologische Untersuchung ergab demnach, dass das Mädchen eine Überdosis MDA (Methylendioxyamphetamin) - also Ecstasy - aufwies, dazu Spuren mehrerer Amphetaminderivate sowie von THC - des Cannabis-Wirkstoffs. Außerdem wurden Befunde entdeckt, wie sie bei einem Erstickungsvorgang, z. B. nach einer Verlegung der Atemöffnungen und/oder einer Brustkorbkompression oder auch bei einem Angriff gegen den Hals (Erwürgen) gesehen werden können. Auch für die Vergewaltigung fand die Gerichtsmedizin Spuren.

Spuren von 16-Jährigem unter Fingernägeln

Laut Sachverständige Christa Nussbaumer belastet das Ergebnis drei der Verdächtigen. Auf Kleidung und Körper des Mädchens wurden Spuren von ihnen gefunden. Untersucht wurde u.a. die Bettwäsche der Wohnung in der Erzherzog-Karl-Straße. Auch von WC und Dusche wurden Proben entnommen. Gefunden wurde neben DNA-Spuren des Opfers auch Hinweise auf den 16-Jährigen Freund des Mädchens. Unter ihren Fingernägeln sei man auf DNA von ihm gestoßen. Das weise daraufhin, dass sich Leonie wehrte. 

Es wurden auch Hinweise auf den 18-Jährigen, dem die Wohnung gehört und den 22-Jährigen, der in London gefasst wurde und ausgeliefert werden soll, entdeckt. 

Hinweise auf den vierten Verdächtige, einen 23-Jährigen, wurden nicht gefunden. Die Ermittler nehmen an, dass von ihm die Drogen stammen, die in der Nacht auf den 26. Juni konsumiert wurden. Er befindet sich nicht in Untersuchungshaft, sitzt aber wegen anderer Delikte derzeit in Strafhaft, wie Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, auf Anfrage der APA sagte.

Nichts Neues gibt es im Auslieferungsverfahren des 22-jährigen Beschuldigten, der Ende Juli in einem Londoner Hotel festgenommen worden war. Die für seine Auslieferung entscheidende Anhörung bei den britischen Behörden ist erst für Jänner 2022 geplant.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam